True Story

Eichmann – ungarisch-britisches Drama, Biografie aus dem Jahr 2007.

Eichmann

Der Film beruht auf dem Bekenntnis von Adolf Eichmann, seiner Aussagen und dessen Prozess.
Als Eichmann-Prozess wird das Gerichtsverfahren gegen den ehemaligen SS-Obersturmbahnführer Adolf Eichmann bezeichnet, in dem dieser vor dem Jerusalemer Bezirksgericht zwischen dem 11. April und 15. Dezember 1961 für den millionenfachen Mord an Juden zur Verantwortung gezogen wurde. Das Urteil lautete, Tod durch den Strang.

1961 fand der Prozess große internationale Aufmerksamkeit und er wird bis heute kontrovers diskutiert. Bekannt sind die in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangenen Äußerungen von Hannah Arendt, die Eichmann in ihrer Publikation Eichmann in Jerusalem als Schreibtischtäter bezeichnete und von der Banalität des Bösen sprach.

Adolf Eichmann trat 1932 in die österreichische NSDAP ein, die den Anschluss an das Deutsche Reich forderte. Nach dem misslungenen Juliputsch der österreichischen NSDAP im Jahr 1934 floh er nach Deutschland, wo er 1936 in ein speziell für Juden zuständiges Referat versetzt und nach Gründung des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) 1939 Leiter des „Umsiedlungsfererates“ wurde. Von Eichmanns Büro aus wurden in den folgenden Jahren Befehle über die Deportation von Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager in ganz Europa gegeben. Eichmann selbst besuchte mehrfach diese Lager, zudem nahm er als Protokollführer an der Wannseekonferenz teil, in der über die „Endlösung“ der Judenfrage beraten wurde.
Adolf Eichmann (1906-1962) ist mitverantwortlich für die Ermordung von schätzungsweise 6 Millionen Menschen.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gelang ihm die Flucht nach Argentinien, entlang der sogenannten Rattenlinie. (Bezeichnung von Fluchtrouten vom amerikanischen Geheimdienst und Militärkreisen). Dort lebte er mit gefälschten Papieren unter den Namen Otto Henninger und Ricardo Klement.
1960 wurde er dort von israelischen Agenten gefasst und nach Israel entführt, da es kein Auslieferungsabkommen zwischen Israel und Argentinien gab. Noch im selben Jahr erließ man einen Haftbefehl gegen Eichmann.
Mit der Leitung der Verhöre wurde Avner Werner Less, ein israelischer Polizeihauptkommissar betraut.

1961 wurde die Mitteilung der Belastungspunkte des 54-jährigen Eichmanns zugestellt. Ein Vernehmungsprotokoll von über 3000 Seiten, sowie 1600 Dokumente wurden übergeben. Eine Liste von 39 Zeugen, die im Verlauf des Prozesses auf etwa 100 anwuchsen, davon 90 Überlebende aus Konzentrationslagern.
Am 21. Februar 1961 kam es zur Anklage durch die Generalstaatsanwaltschaft. Das Gericht vertagte sich mit der Ankündigung sein Urteil in drei Monaten zu verkünden. Folglich kam es zum Ausspruch der Todesstrafe. Eichmann und sein Anwalt legten Berufung ein. In zweiter Instanz am 29. Mai 1962 wurde das Urteil jedoch bestätigt.
Eichmann selbst verteidigte sich während des gesamten Prozesses immer wieder mit der Begründung, er habe nur auf Befehle hin nach dem sogenannten Führerprinzip gehandelt und sich somit im juristischen Sinne schuldig gemacht. Auch sei er nie an der Ermordung oder Deportation von Menschen beteiligt gewesen, sondern habe lediglich als „Rädchen im System“ Befehle weitergegeben.

In einer Tonbandaufnahme vor seiner Entführung aus Argentinien hatte er sich dagegen nach ganz anders gegenüber alten Nazis geäußert; „Ich bereue gar nichts. Ich krieche nicht zu Kreuze.“ Er bedauert darin, nicht 11 oder 12 Millionen Juden in die Vernichtungslager geschickt zu haben. Er empfand sich selbst als Versager im nationalsozialistischen System.
Eichmann richtete ein Gnadengesuch an den israelischen Präsidenten, dieses er jedoch ablehnte. Sein Verteidiger, seine Frau, sein Bruder, sowie der jüdische Religionswissenschaftler Martin Buber baten das Todesurteil nicht zu vollstrecken.
Am 31. Mai 1962 wurde das Urteil vollstreckt. In der Regel sieht das israelische Recht keine Todesstrafe vor. Eichmanns Leichnam wurde verbrannt und die Asche ins Mittelmeer gestreut, um zu verhindern, dass sein Grab zur Gedenkstätte werden würde.