True Story

Der Tanz mit dem Teufel – Die Entführung des Richard Oetker – deutsches Drama, Thriller aus dem Jahr 2001.

Der Tanz mit Dem Teufel Die Entführung des Richard Oetker

Der Film thematisiert die Entführung von Richard Oetker. Am 14. Dezember 1976 wird der 25-jährige Industriellensohn Richard Oetker auf dem Parkplatz der Universität Weihenstephan bei München entführt. Hier studiert er Brauereiwesen und ist von einer Abendvorlesung auf dem Weg nach Hause.

Der Entführer, der 34-jährige Betriebswirt und Betreiber einer Münchner Kfz-Werkstatt Dieter Zlof, überwältigte Richard Oetker als der sein Auto aufschließen will. Maskiert und mit einer Gaspistole bewaffnet warf er den Studenten in einen VW-Kastenwagen, dieser gleich neben dem Auto des Studenten parkte. Er zwang Richard Oetker sich in eine 1,45 Meter lange und 70 Zentimeter breite Holzkiste zu zwängen. Für den 1,94 Meter großen Richard Oetker ein fast unmögliches Verlangen.
Außerdem hatte sein Peiniger in dieser Kiste eine Gegensprechanlage installiert und einen Akustomat, ein perfides Folterinstrument, das Stromstöße abgab, sobald man zum Beispiel nach Hilfe rufen würde oder das Gerät durch eine gewisse Lautstärke den Gefangenen traktierte.

Dieter Zlof fuhr den Transporter mit seinem Opfer in seine Werkstatt. Er rief Oetkers Frau Marion an und forderte 21 Millionen Mark Lösegeld. Diese unglaubliche Summe war zu jener Zeit die höchste Lösegeldforderung in der Geschichte Deutschlands.
Während sein Vater, Rudolf August Oetker und die Familie damit beschäftigt waren die exorbitante Menge an Bargeld zu beschaffen, fuhr Zlof den Transporter in die Garage. Am nächsten Morgen als der Entführer das Garagentor öffnet, nicht leise und vorsichtig genug ist, wird in der Kiste ein Stromschlag ausgelöst. Richard Oetker musste ums Überleben kämpfen, dieser Stromschlag hätte ihn fast getötet. Der Entführer behauptete später das dies unbeabsichtigt geschehen sei. Das Opfer hatte unerträgliche Schmerzen, ihm wurden dabei schwerste Verletzungen zugefügt, was ihn bewegungsunfähig machte.

Am gleichen Tag kommt es zur Lösegeldübergabe, man hatte den Entführer gedrängt diese einen Tag früher zu machen. Der Polizei gelang es die Stimme des Täters am Telefon aufzunehmen.
Der Bruder von Richard Oetker August sollte der Überbringer des Geldes sein. Über mehrere Umwege wurde er zu einer Apotheke gelotst. Den Koffer soll er nun neben einer Fluchttür abstellen, diese ist nur von innen zu öffnen und somit gelangte Zlof an die 21 Millionen.
Der Täter lässt den schwer verletzten Oetker frei und teilt der Familie mit wo man ihn findet, in einem Waldstück nahe München.
Die Fahndung läuft auf Hochtouren. Erst nach zwei Jahren gelang es der Polizei Dieter Zlof als Beschuldigten festzunehmen. Er hatte versucht die Scheine des Lösegelds umzutauschen in dem er sie bei einer Bank in München einzahlen wollte. Da eine Seriennummer irrtümlich veröffentlicht worden war, kam man ihn auf die Schliche.

Zlof leugnete die Tat begangen zu haben, dennoch folgte ein aufsehenerregender Indizienprozess. 1980 wurde Zlof zu 15 Jahren Haft verurteilt. Nach der vollständigen Verbüßung seiner Haftstrafe stellte er sich den Medien als Justizopfer dar.
1997 versuchte Zlof einen Großteil des Geldes in London umzutauschen, da das Geld aus den 1970er Jahren eine ganz andere Serie war. Hier gelang es Scotland Yard ihn festzunehmen und eine Summe von etwa 12 Millionen DM sicherzustellen. Ein Großteil der Scheine war nicht mehr zu gebrauchen. Der Rest des Geldes war in seinem Versteck im Wald gänzlich verrottet und mit einem Komplizen verbrannt worden.
In England wurde er wegen Geldwäsche zu zwei Jahren Haft verurteilt. Noch im selben Jahr gestand er seine Tat und die Polizei fand das Erdloch in dem das Geld versteckt war. Zlof wurde verpflichtet das Geld zurückzuzahlen und ist deswegen hoch verschuldet.

Richard Oetker musste mehrfach operiert werden und ist bis heute gehbehindert. 47 Stunden war in der Gewalt des Entführers und durch den Stromschlag erlitt er Brüche der Brustwirbel und Oberschenkelhälse.