True Story

Der Tunnel – deutsches Drama, Thriller aus dem Jahr 2001.

Der Tunnel

Der Film zeigt die Ereignisse rund um den Bau des sogenannten Tunnel 29.

Tunnel 29 war ein Fluchttunnel in Berlin, der von einem Fabrikgebäude in der Bernauer Straße 78, unter der Berliner Mauer hindurch, zu einem Keller in der Schönholzer Straße 7 führte. Zu der Länge des gegrabenen Tunnels gibt es unterschiedliche Angaben, man spricht von 120 und 140 Meter.

Der Tunnel wurde im Frühsommer 1962 von einer studentischen Fluchthilfegruppe um die Italiener Domenico Sesta und Luigi Spina sowie dem 1961 aus der DDR geflüchteten Studenten Hasso Herschel gebaut. Nach der Fertigstellung des Tunnels konnten am 14. und 15. September 1962 insgesamt 29 Personen durch diesen Tunnel fliehen. Die Anzahl der Flüchtigen war namensgebend für Tunnel 29.

Hasso Herschel, geboren 1935 in Dresden, half insgesamt etwa 1000 Menschen bei der Flucht aus der DDR. Etwa zehn Jahre lang hatte er Menschen gegen Geld in den Westen geschleust. Dabei nutze er neben dem Tunnel auch umgebaute Personenkraftwagen. Er verbrachte fünf Jahre in einem Arbeitslager, nachdem er wegen seiner Teilnahme an einer Demonstration am 17. Juni 1953 auf dem Dresdner Altmarkt verurteilt worden war.

Er arbeitete bei der Deutschen Reichsbahn und absolvierte sein Abitur in der Abendschule. Nach der Genehmigung durch die Behörden der DDR nahm er ein Psychologie-Studium in Berlin auf. Nebenbei kaufte er in Ost-Berlin Waren ein die er in West-Berlin gewinnbringend verkaufte. Dabei hatte man ihn erwischt und verurteilte ihn wegen Wirtschaftsverbrechen zu einer sechsjährigen Haftstrafe, die er unter anderem im Dresdner Stasi-Gefängnis absaß.

1959 bis 1961 absolvierte er ein Studium an der Verkehrshochschule in Dresden.
Am 21. Oktober 1961 verließ er die DDR und plante seine Schwester und deren Familie in den Westen zu holen. So kam es zu diesem Tunnel der von etwa 30 Helfern gegraben wurde. Herschels Aufgaben waren neben dem Graben des Tunnels die Koordination der Personen die eine Flucht planten und eingewilligt hatten. Er half aber auch in anderen Tunnelprojekten in Berlin.

Der Bau des Tunnels verlief jedoch auch nicht ohne Probleme. Wegen Wassereinbruchs kam es mehrfach zu Baustopps. Im Gegensatz zu vielen anderen Fluchttunneln kam es beim Tunnel 29 nicht zu tödlichen Unfällen, Verletzungen oder Verhaftungen. 1961 war auch das Jahr in dem die Berliner Mauer gebaut wurde.
Zur Finanzierung des Tunnels hatten die Italiener die Filmrechte an den amerikanischen Fernsehsender NBC verkauft, der die Bauarbeiten des Tunnels mit zwei Kamerateams verfolgte.

Die beiden Italiener Spina und Sesta bekamen je 15.000 DM und die Fernsehrechte für Deutschland und Italien. Hasso Herschel sollte nicht in die Details des Vertrages eingeweiht werden und man versprach ihm 2.000 DM. Nachdem er mit dem Ausstieg drohte, bekam er die gleichen Konditionen wie die Italiener.

Dieses Finanzierungsmodell war neu, etwas nie dagewesenes in der Fluchthilfe in Berlin und führte nach der erfolgreichen Flucht zu einem Bruch der Gruppe. 17 ehemalige Helfer distanzierten sich öffentlich von Herschel, Sesta und Spina.
Die Liste der Fluchttunnel in Berlin während der deutschen Teilung enthält die 39 bekanntesten Tunnelprojekte, die zwischen 1961 und 1973 gegraben wurden. Mindestens 254 Personen konnten auf diesem Weg aus der DDR fliehen.

Während der Tunnelfluchten kam es zu mindestens vier Todesfällen und über 200 Verhaftungen. Etwa die Hälfte der Projekte konnten keine erfolgreichen Fluchten ermöglichen. Unter den Erbauern bildeten sich mehrere Gruppen heraus, die mehrfach Tunnel gruben und die untereinander kooperierten.