True Story

Bis nichts mehr bleibt – deutsches Drama aus dem Jahr 2010.

Bis nichts mehr bleibt

Der Film thematisiert eine Reihe zahlloser Aussteigerberichte aus der Sekte Scientology.
Scientology ist eine Neue Religiöse Bewegung, eine Sekte deren Charakter und Methoden dieser Organisation umstritten sind.

Weltweit soll es über 10 Millionen Anhänger geben. Laut Verfassungsschutz gibt es allein in Deutschland bis zu 6.000 Anhänger. Diese Religionsgemeinschaft in Deutschland wird seit 1997 durch den Verfassungsschutz beobachtet. Einer dieser Aussteiger aus der Scientology war der Hamburger Heiner von Rönn. Insgesamt 11 Jahre gehörte er in Hamburg zur Führungselite der Scientology. 1995 wendet er sich von dieser Sekte ab und schafft den Absprung.

Er kennt die Machenschaften der Scientology, ihre Methoden um die Menschen hörig zu machen. In seinen Augen ist Scientology keine Kirche, wie immer behauptet wird. Für ihn ist dies eine Psycho-Sekte, so in einem Interview mit der Zeitung Die Welt. „Sonst hätte ich nicht 10 Jahre gebraucht, um mich seelisch davon zu befreien.“ Er habe nicht nur 10 Jahre seines Lebens verloren, sondern auch Menschen und Werte, mehrere Tausend Euro, seine damalige Frau und seine beiden Kinder. Durch seine damalige Frau kam er zu Scientology. Sie wiederum kam durch ihren Bruder zu dieser Organisation, die er bei einem USA-Aufenthalt kennengelernt hatte.

Das Ehepaar von Rönn hatte zu dieser Zeit bereits einen zweieinhalbjährigen Sohn, den er nach seiner Arbeit aus dem von der Scientology geführten Kindergarten abholte. Eine ältere Dame passte auf die Kinder auf und dies war alles kostenlos. Hier ergab sich ein Gespräch mit einem Scientologen, dieser die Gelegenheit nutzte, da Heinrich von Rönn als ein eher ruhiger Mensch galt und wenig redete. Schnell wurde vom Scientologen diese Schwachstelle bemerkt. Heiner von Rönn belegte mehrere Kommunikationskurse, bei denen er von 1984 bis 1988 über 130.000 DM zahlen musste.

Nach fast 10 Jahren, nach seinem Ausstieg war er hoch verschuldet und sozial isoliert. Seine Familie war zu diesem Zeitpunkt nun mehr ein Fall fürs Familiengericht.
Scientology ging es nicht um das Wohl einer Familie, sondern ums Geld.
Die Kinder kamen zur Schule, sein ältester Sohn in ein Internat nach England, welches ihm fast 1.500 DM im Monat kostete. Beide Söhne gingen später in Dänemark zur Schule. Er gab seine Kinder in die Obhut von Scientology, hat sie aber dadurch mehrere Jahre nicht gesehen. Anfangs sah er keine Probleme wie die Kinder dort erzogen wurden. Erst später wurde ihm klar das man den Kindern keine Regeln beibrachte, so wie ganz normale Regeln des Alltags. So sagte er, dass er von einem Kind weiß das von einem Auto überfahren wurde, da man den Kindern nie beigebracht hatte vor dem Überqueren der Straße nach rechts oder links zu schauen.

Er hatte keinen Kontakt mehr zu seinen Kindern, zu Weihnachten oder Geburtstagen mal eine SMS, da er sich von Scientology abgewandt hatte. So kam es auch zur Scheidung mit seiner Frau. Von seinen Kindern weiß er das sie in Unternehmen arbeiten die nach den Richtlinien von Scientology geführt werden.
Wer Scientology den Rücken kehrt, gilt als Verräter und somit ist jeglicher Kontakt verboten. Wer sich quer stellt wird mit Stasi-Methoden drangsaliert. Seiner Ex-Frau wurde damals das Sorgerecht für den jüngeren Sohn zugesprochen. Beide Söhne möchten keinen Kontakt zu ihrem Vater. Er hat neu geheiratet und lebt heute verschuldet in einer kleinen Wohnung am Hamburger Stadtrand.
Scientology argumentierte das die Geschichte nicht wahr sei und spricht von einer Diskriminierungskampagne als der Film erstmals ausgestrahlt wurde.