True Story

Mary Bryant – Flucht aus der Hölle – australisch-britisches Drama, Biografie, Abenteuerfilm aus dem Jahr 2005.

Mary Bryant Flucht aus der Höle

Der Film beruht auf der Geschichte von Mary Bryant, einer Frau aus England die verurteilt und als Sträfling nach Australien gebracht wurde um dort ihre Strafe abzusitzen.

Mary Bryant wurde 1765 als Mary Broad in Fowell, Cornwall, einem kleinen britischen Fischerdorf geboren. Ihre Eltern William Broad und Grace Symons Broad arbeiteten als Fischhändler und verdienten nur sehr wenig Geld.
Als Mary 19 Jahre alt war, verließ sie ihr Zuhause und ging nach Plymouth um dort nach Arbeit zu suchen. Hier fand sie Arbeit und kam mit dem Gesetz in Konflikt, ihre erste kleine Straftat, indem sie etwas gestohlen hatte.

Im Jahr 1786, als sie 21 Jahre alt war, überfiel und beraubte sie eine ältere Frau und verletzte sie dabei. Sie wurde gefasst und zum Tode verurteilt. Zu ihrem Glück wurde die Strafe in sieben Jahre Haft umgewandelt. Man brachte sie in das Gefängnis in Plymouth. Kurze Zeit später wurden sie und andere Gefangene mit dem Schiff, der Charlotte, nach Australien gebracht.
Das Schiff legte in England ab, fuhr nach Brasilien, von dort weiter nach Südafrika und die Reise endete schließlich in Sydney Cove, einer kleinen Bucht bei Sydney in Australien. Es war ein eher kleines Schiff, mit vielen Gefangenen an Bord, sehr eng und weniger komfortabel.

Während dieser Reise wurde Mary schwanger und gebar auf dem Schiff ein Mädchen die sie Charlotte, nach dem Namen des Schiffes nannte. Sie verliebte sich in einen anderen Sträfling namens William Bryant und beide heirateten nach ihrer Ankunft in Sydney Cove. Im Jahr 1790 kam ihr Sohn Emanuel zur Welt.
In Sydney Cove wurde eine Kolonie für die Gefangenen errichtet.
Jeder Sträfling hatte gewisse Aufgaben zu erfüllen. Ihr Ehemann William war zuständig für die Fischerboote. Nachdem er heimlich einige der Fische verkauft hatte, wurde er erneut verurteilt und erhielt als Strafe einhundert Peitschenhiebe.
Mary und William hatten daraufhin beschlossen aus der Kolonie zu fliehen und Australien zu verlassen. Zudem war eine Lieferung mit Nahrungsmitteln von England aus gescheitert, was in der Kolonie zu einer Hungersnot geführt hatte.
Im Dezember 1790 legte das niederländische Handelsschiff Waaksamheyd an und bot eine Gelegenheit zur Flucht.

William gelang es sich mit dem Kapitän des Schiffes, Detmer Smit, anzufreunden. Er erhielt einen Kompass, zwei Gewehre, Munition und einige Lebensmittel. Sechs Tage später musste die Waaksamheyd, die jetzt unter englischer Flagge segelte, weiter zu den Norfolk Inseln.
Sieben Sträflinge, darunter Mary und William mit den beiden Kindern, hatten sich entschieden zu fliehen. Ihre Gelegenheit bot sich in einer Nacht als sie sich ein Boot nahmen und in Richtung Timor fuhren. Eine gefährliche Reise, 69 Tage unterwegs und 5237 Kilometer in einem offenen Boot. Diese außergewöhnliche Reise wurde sogar ein Teil der Geschichte der Seefahrt.

Auf Timor Island angekommen, das unter niederländischer Flagge stand, erzählten die Flüchtigen sie seien Schiffbrüchige. Der niederländische Gouverneur und die Bewohner von Coupang glaubten zunächst diese Geschichte, mussten aber bald feststellen das es Sträflinge sind, die von Australien geflohen waren. Man sperrte sie ein, brachte sie nach Batavia (heute Jakarta), wo Marys Mann William und ihr Sohn Emanuel an einer Krankheit starben. Mary und ihre Tochter Charlotte sollten zurück nach England gebracht werden. Während dieser langen Schiffsreise verstarb auch ihre Tochter.

Bei ihrer Ankunft in England im Juni 1792 kam Mary in ein Gefängnis und wurde wegen ihrer Verbrechen erneut vor ein Gericht gestellt. Die Presse hatte diese Geschichte aufgegriffen und der Anwalt und Schriftsteller James Boswell appellierte an die Politiker und bat um Gnade für Mary. Es schien als hätte er Mitgefühl. Im Mai 1793 wurde sie begnadigt und entlassen. Sie kehrte zu ihrer Familie nach Cornwall zurück.