True Story

Reise der Verdammten (Voyage of the Damned) – britisches Kriegsdrama aus dem Jahr 1976.

Reise der Verdammten

Der Film basiert auf dem Buch „Voyage of the Damned“ das 1974 veröffentlicht und von Gordon Thomas und Max Morgan-Witts geschrieben wurde.
Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, dem Schicksal jüdischer Flüchtlinge auf dem Linienschiff St. Louis, einem Schiff der HAPAG-Reederei Hamburg.

Die St. Louis wurde 1929 gebaut und ab 1933 für Fahrten der NS-Organisation der nationalsozialistischen Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ eingesetzt.
Am 13. Mai 1939 verließ das Schiff Hamburg in Richtung Amerika. Mit an Bord waren 937 jüdische Flüchtlinge die auf Initiative des NS-Regimes Deutschland verlassen mussten, nach den Ausschreitungen der Reichsprogromnacht, vom 9. auf den 10. November 1938, bei dem von nationalsozialistischen Regime Gewaltmaßnahmen gelenkt und organisiert wurden, diese gegen Juden in gesamten Deutschen Reich gerichtet waren.

Die Passagiere der St. Louis, 937 deutsche Juden, die mit einem Visum für Kuba und größtenteils mit gültigen Papieren der US-Einwanderungsbehörde wollten ein halbes Jahr nach der Reichspromnacht auswandern. Sie wollten dem Nazi-Regime entkommen.
Die Nazis hatten bereits damit begonnen Juden in Konzentrationslager zu verschleppen. Die deutschen Juden wurden seit 1933 diskriminiert bis hin zur systematischen Verfolgung, diese ab 1940 im Holocaust mündete.
Die deutsche Regierung versuchte eine erzwungene Auswanderung der Juden zu beschleunigen.

Das Schiff, die St. Louis mit ihrem Kapitän Gustav Schröder, war nun auf dem Weg nach Kuba. Dort weigerte sich die kubanische Regierung mit ihrem Präsidenten Frederico Laredo Brú, die deutschen Flüchtlinge aufzunehmen. Dies obwohl sie ein Visum hatten, da jedoch Gesetze geändert wurden, wurde ihnen ein politisches Asyl nicht gewährt. Keiner der Passagiere war sich dessen bewusst, dass die kubanische Regierung die Anlegeerlaubnis rückwirkend für ungültig erklärt hatte.
Bislang war die Reise eine freudige Angelegenheit, man beschrieb diese mit „einer Urlaubsreise in die Freiheit.“ Es wurde gefeiert, getanzt, gelacht und man wurde gut versorgt.

Dennoch war es keine Vergnügungsreise, denn die Nazis wussten genau das die Juden niemand aufnehmen wird. Ein Propagandatrick von Josef Goebbels, der zeigen will, dass Juden in anderen Ländern unerwünscht sind.
Die Reise der St. Louis stieß auf großes Medieninteresse. Die Passagiere wurden zudem Opfer der bitteren Machtkämpfe innerhalb der kubanischen Regierung. Nach einigen turbolenten Tagen im Hafen und zähen Verhandlungen durften 22 nicht-jüdische Passagiere von Bord gehen. Amerikanische Beamte bemühten sich vergebens um Kuba zu überreden die Flüchtlinge aufzunehmen.
Demzufolge mussten die 915 übrigen Passagiere nach Europa zurückkehren. Selbst die Vereinigten Staaten nahmen sie nicht auf, verweigerten ihre Einreise, wobei sogar ein Warnschuss abgegeben wurde, um ein Anlegen in Florida zu verhindern.
Schiffe der US-Küstenwache beschatteten die St. Louis. Auch Kanada weigerte sich zu helfen.

Im Juni 1939 musste das Schiff auf Anweisung der Reederei nach Europa zurückkehren. Während der Rückreise versuchten einige der Passagiere das Kommando über das Schiff zu übernehmen.
Zurück in Europa, erlaubte die belgische Regierung das Anlegen in Antwerpen. Hier kam es wieder zu Verhandlungen bei denen sich der Kapitän erneut für seine Passagiere einsetzt.

Belgien nahm 214, die Niederlande 181, Frankreich 224 und Großbritannien 288 Passagiere auf. Die es nach Großbritannien geschafft hatten waren sicher.
Die Zahl der Überlebenden lässt sich nicht genau bestätigen. Von den ursprünglich 937 Flüchtlingen, wobei ein Mann während der Reise starb, überlebten etwa 709 und 228 bezahlten mit ihrem Tod. Die meisten starben in Konzentrationslagern.
Nach neuesten Erkenntnissen starben 254 der Passagiere durch den Holocaust. Nach dem Krieg wurde Kapitän Gustav Schröder mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Er starb 1959 in Hamburg.