True Story

Takashi Miikes Graveyard of Honor – japanischer Thriller aus dem Jahr 2002.

Graveyard of Honor

 

Der 2002 entstandene Thriller ist ein Remake des Films „Graveyard of Honor“ aus dem Jahr 1975.  Beide Filme basieren auf zwei Novellen von Gorō Fujita in denen der Autor den Aufstieg und späteren Fall des Yakuza Rikio Ishikawa beschreibt. Yakuza ist der Oberbegriff für japanische kriminelle Organisationen.

Rikio Ishikawa (1926-1956) gilt als Legende in der Welt der Yakuza. 1942 übernahm er den Schwarzmarkt am Bahnhof Shinjuku im Süden Tokios. Dies hatte er Kaoru Wada, dem Chef des Wada-gumi zu verdanken. Als sich Rikio Ishikawa bei Kaoru Wada über einen seiner Männer beschwerte und versuchte mit ihm zu verhandeln, erteilte Wada den Befehl, er solle sich seinen kleinen Finger abtrennen.  Das Abschneiden des kleinen Fingers, genannt Yubitsume, ist eine Form der Buße oder einer Entschuldigung. Dabei muss ein Teil des Fingers abgetrennt und dem Chef übergeben werden. Ein japanisches Ritual was nur von den Yakuza durchgeführt wird.

Noch im selben Jahr hatte Ishikawa seinen Boss Wada mit einem Kurzschwert verletzt, wovon er sich einen Monat erholen musste. Ishikawa wurde daraufhin zu 18 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner Freilassung wurde ihm auferlegt für zehn Jahre der Region Kanto-Ebene in Tokio fern zu bleiben. Rikio Ishikawa zog nach Osaka. 1949 kehrte er dennoch nach Tokio zurück und tötete einen der Yakuza namens Kouzaburo Imai.  Daraufhin wurde er zu zehn Jahren Haft verurteilt. Am 2. Februar 1956 beging er Selbstmord. Er sprang vom Dach des Gefängnisses. In seiner Gefängniszelle fand man ein Blatt Papier, auf dem stand; „Es ist so lustig, mein Leben mit 30 Jahren war eine verrückte Party.“

Die Yakuza, auch bekannt als die japanische Mafia, entstand aus verschiedenen Elementen der traditionell japanischen Gesellschaft. Sie sind berüchtigt für ihre strengen Verhaltenskodizes in Form von Hausordnungen. Sie folgen einer strengen Hierarchie. Die Yakuza sind weltweit aktiv.

Yakuza sprechen einen eigenen Berufsjargon und sind heute zumeist als Geschäftsleute getarnt. Zu ihren Aktivitäten gehören Menschen-und Drogenhandel, Prostitution, Inkasso-Geschäfte, Glücksspiel, Pachinko und Schutzgelderpressung. Sie sind wie eine Familie und bezeichnen sich dabei als Väter oder ältere und jüngere Brüder.

Japanische Medien berichten sehr oft über sie. Man schätzt deren Mitgliederzahl, diese auch international tätig sind, auf etwa 102.400. Viele der Yakuza haben Ganzkörper-Tattoos. Diese Tätowierungen erfolgen ausschließlich mit Handwerkzeugen, wie einer Bambus- oder Stahlnadel. Kein elektrisches Gerät kommt dabei zum Einsatz. Dieses Verfahren einer Tätowierung ist sehr teuer, zeitintensiv und schmerzhaft.

Es gibt drei Hauptfamilien der Yakuza. Yamaguchi-gumi, die größte Yakuza-Organisation, zu deren Aktivitäten auch Morde bzw. Auftragsmorde gehören. Die Sumiyoshi-kai beschäftigt sich mit Schutzgelderpressung und die Inagawa-kai. Alle drei dieser Syndikate sind bis heute aktiv.