True Story

Fegefeuer oder die Reise ins Zuchthaus – österreichisches Drama aus dem Jahr 1988.

 

Fege

Der Film basiert auf dem österreichischen Mörder und verurteilten Serienmörder Jack Unterweger. Johann „Jack“ Unterweger (1950-1994), geboren als unehelicher Sohn eines US-Soldaten und einer Prostituierten aus Wien. Er wuchs im Prostituierten-und Trinkermilieu auf. Der Zuhälter und Kleinkriminelle Unterweger verbrachte seine Jugend zum Teil in Erziehungsheimen und im Gefängnis.

Bereits 1973 stand er unter Verdacht eine 23-Jährige in Salzburg ermordet zu haben. 1974 tötete er auf brutale Weise eine junge Frau nach einem missglückten Einbruch. Er strangulierte sie mit dem Draht eines Büstenhalters und täuschte anschließend ein Sexualdelikt vor. 1976 wird er wegen Mordes an der 18-jährigen Margaret Schäfer, einer deutschen Prostituierten, zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt.

Im Gefängnis debütierte er als Schriftsteller, wo 1983 sein autobiografischer Roman Fegefeuer oder die Reise ins Zuchthaus entstand. Hier wurde er nun als „Knastpoet“ bekannt. Im Mai 1990 wurde er vorzeitig auf Bewährung aus der Haft entlassen. Nach seiner 16-jährigen Haftstrafe war dies nur durch Petition zahlreicher Intellektueller und nach Zustimmung des Justizministers möglich. Ein Jahr zuvor hatte er den Ingeborg-Drewitz-Literaturpreis für Gefangene erhalten. In der Haft erschrieb er sich seine Freiheit und schlug nun wieder zu.

Die grausige Serie begann im Oktober 1990. Auf ihrem gewohnten Standplatz tauchte die Prostituierte Brunhilde Masser plötzlich nicht mehr auf. Drei Monate später fand man ihre Leiche in einem Wald, nackt und erdrosselt. In der Folge verschwanden noch weitere Prostituierte in Bregenz, Graz und Wien. Auch ihre Leichen wurden unbekleidet gefunden, dies erst nach mehreren Wochen. Jack Unterweger stand unter dringendem Tatverdacht der Mörder dieser Frauen zu sein. Nach dem 41-Jährigen wurde nun gefahndet. Der Polizei war es gelungen ihn aufzuspüren. Bei den ersten Verhören wies er Alibis vor, die jedoch bei genauerer Prüfung nicht standhielten.

Als man ihn erneut zum Verhör geladen hatte, setzte er sich ab. Seine Flucht löste in Österreich eine beispiellose Medienhatz aus, die zu einem Rundumschlag gegen die Literaturszene insgesamt auszuarten drohte.  Also kehrte er, was sollte er sonst tun, in seinen erlernten Beruf zurück, ging auf den Strich, verkaufte sich und sein rasch abgenutztes Leben. Die Wiener Damen nahmen den Traummann mit ins Bett.

Selbst in Prag findet man eine ermordete Prostituierte und sogar drei weitere in den Vereinigten Staaten, in Los Angeles. Alle wurden auf die gleiche Weise ermordet. Ihre Unterwäsche war zu einem Henkersknoten gebunden und alle Opfer wurden stranguliert. Unterweger war mit seiner damaligen minderjährigen Freundin auf der Flucht. Am 27. Februar 1992 gelang es dem FBI ihn in Miami festzunehmen. Er leugnete all diese Taten begangen zu haben. Jedoch gab es mehrere Indizien gegen ihn, so fand man auf dem Autositz seines BMWs ein Haar, das man einer der ermordeten Frauen zuordnen konnte. Auch wurden Textilfasern gefunden die den Verdacht bestätigten. Hinzu kam das er sich bei allen Verbrechen in der Nähe des Tatorts aufgehalten hatte.

Am 29. Juni 1994 wurde Unterweger von einem Grazer Geschworenengericht wegen neunfachen Mordes zu einer erneuten lebenslangen Haft verurteilt. In der Nacht nach dem Urteil erhängte er sich in der Justizanstalt mit der Kordel seiner Jogginghose. Er wurde zwar als Mörder verurteilt, ist jedoch als mutmaßlicher Serienmörder anzusehen.

Ein Psychiater beschrieb ihn als sehr intelligent, aber auch ein Mensch der sehr gut lügen konnte. Er konnte sich auf Menschen und Situationen gut einstellen. Im Gefängnis hat er erst richtig lesen und schreiben gelernt.