True Story

Colditz – Flucht in die Freiheit – britisches Kriegsdrama aus dem Jahr 2005.

Colditz

Das Kriegsdrama basiert auf dem Buch „Colditz: The Definitive History: The Untold Story of World War ll’s Great Escapes“, des Autors Henry Chancellor. Der Film zeigt das Schloss Colditz, ein Renaissance-Schloss in der Stadt Colditz, nahe Leipzig, in Sachsen.  Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss als Kriegsgefangenenlager für alliierte Offiziere genutzt. Einigen der britischen Offiziere war die Flucht gelungen, darunter auch Pat Reid.

Patrick Robert „Pat“ Reid (1910-1990) war dort während des Zweiten Weltkriegs im Oflag IV-C, dem Offiziersgefangenenlager inhaftiert. Es war eines der bekanntesten Gefangenenlager der Deutschen. Eine tausendjährige Festung im Herzen von Hitlers Reich. Das Schloss steht auf einem Berg, wo es etwa 75 Meter steil nach unten geht. Die Außenmauern haben eine Stärke von zwei Meter.

1939 wurden die ersten Häftlinge inhaftiert, 140 polnische Offiziere, bei denen man ein Risiko einer Flucht gesehen hatte. 1940 kamen weitere hinzu, ein Kanadier und britische Offiziere. Pat Reid wurde 1940 von den Deutschen in der Nähe von Kassel festgenommen. Man brachte ihn zunächst nach Laufen in Bayern. Wenige Tage später plante er dort eine Flucht, um über Weihnachten nach Hause zurückzukehren. Er und weitere Gefangene gruben einen Tunnel, 7,3 Meter lang, wofür sie sieben Wochen brauchten. Ein Tunnel der nun vom Keller hinüber zu einem Schuppen reichte. Am 5. September 1940 brachen Reid und fünf andere dort aus. Fünf Tage nach ihrer Flucht konnte man sie in Radstadt in Österreich stellen. Pat Reid kam in Einzelhaft bei Brot und Wasser.

Wegen seiner Flucht brachte man ihn nach Colditz, dieses als speziell ausbruchssicher galt. Aber auch hier dauerte es nicht lange um eine Flucht zu planen. Hinweise deuten daraufhin das er einen deutschen Wachsoldaten bestechen konnte. In der Nacht des 29. Mai 1941 krochen 12 Gefangene durch einen Abwasserkanal aus der Küche hinaus zum Hof. Danach hieß es eine hohe Mauer zu überwinden und einer weiteren Wand, diese zusätzlich mit Stacheldraht versehen war.

Obwohl der deutsche Wachsoldat das Bestechungsgeld angenommen hatte, berichtete dieser seinen Vorgesetzten von der geplanten Flucht der britischen Offiziere. Die Deutschen waren gewarnt und lauerten ihnen auf. In der Nacht des 15. Oktober 1942 sah Pat Reid eine weitere Chance zur Flucht. Diesmal zusammen mit Major Ronald Littledale, Lieutnant Commander William L. Stephens und Flight Lieutnant Howard Wardle. Sie durchtrennten die Gitterstäbe eines Fensters der Häftlingsküche und so gelangten sie auf ein Flachdach. Sie schafften es über den hell beleuchteten Hof zu einem Lagerraum, krochen durch einen Luftschacht und einem Graben. Als sie draußen waren teilten sich die Männer in zwei Gruppen.

Reid und Wardle verkleideten sich als flämische Arbeiter und fuhren mit dem Zug nach Tuttlingen, nahe der Schweizer Grenze. Stephens und Littledale die es ebenfalls nach Tuttlingen geschafft hatten, überquerten am Abend des 18. Oktober die Grenze. Reid und Wardle folgten ihnen in den Morgenstunden. Reid blieb bis zum Ende des Krieges in der Schweiz. 1947 verließ er die Armee und arbeitete in der britischen Botschaft in Ankara in der Türkei. Zudem ist er Autor von historischen Sachbüchern.

Als US-Truppen am 16. April 1945 das Offiziersgefangenenlager Colditz befreiten, zeigen ihnen die Inhaftierten ihr größtes Geheimnis. Versteckt in einer schwer zugänglichen Dachkammer liegt der fertige Bausatz eines Segelfliegers, aus Dielen, Brettern und Bettbezügen, mit einer Spannweite von knapp 10 Metern. Rund 300 Fluchtversuche soll es auf Colditz gegeben haben. 31 alliierte Offiziere haben es tatsächlich geschafft.