True Story

Unter Anklage: Der Fall Harry Wörz – deutsches Drama aus dem Jahr 2014.

Unter Anklage Der Fall Harry Wörz

Das Drama beruht auf einem der aufsehenerregendsten Justizirrtümer Deutschlands. Es ist die Geschichte von Harry Wörz.

Harry Wörz saß wegen versuchten Totschlags an seiner damaligen Frau viereinhalb Jahre unschuldig im Gefängnis. Im Januar 1998 kam es wegen des versuchten Totschlags zu diesem Schuldspruch. In einem viertägigem Indizienprozess wurde Harry Wörz zu 11 Jahren Haft verurteilt. 2010 wurde er in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen. Er stritt 13 Jahre vor verschiedenen Gerichten, bis zum rechtskräftigen Freispruch im Jahr 2010.

Was war geschehen? Ihm wurde vorgeworfen 1997 seine damals von ihm getrennt lebende Frau mit einem Schal fast zu Tode gewürgt zu haben. Die frühere Polizistin ist heute ein Pflegefall und kann sich nicht dazu äußern, sie ist schwer behindert und kann sich nicht mitteilen.  Den wahren Täter hat man nie gefunden, die Tat wurde nie aufgeklärt. In einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Karlsruhe heißt es; „Im Ergebnis konnte gegen keine der Personen , die als möglicher Täter in Betracht kamen und gegen die ein entsprechender Anfangsverdacht bestand, kein hinreichender Tatverdacht begründet werden, der eine Anklageerhebung gerechtfertigt hätte. Nach wie vor handelt es sich um ein ungeklärtes Verbrechen, die Akten wurden daher nicht endgültig weggelegt. Hinreichend konkrete Verdachtsmomente konnten in dem weiter-jetzt gegen Unbekannt-geführtes Verfahren bislang aber nicht gewonnen werden. “

In den frühen Morgenstunden des 29. April 1997 soll der gelernte Gas-und Wasserinstallateur versucht haben, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau Andrea zu töten. Mit im Haus war ihr Vater der in der Einliegerwohnung schlief. Ihr Vater hatte Geräusche wahrgenommen und fand seine Tochter bewusstlos auf dem Boden, mit einem Schal stranguliert. Es gelang ihm sie durch Erste-Hilfe-Maßnahmen wiederzubeleben. Aufgrund des Sauerstoffmangels blieben schwere Hirnschäden, was sie zu einem Pflegefall macht.

Der Verdacht fiel auf Harry Wörz und ihren Geliebten, dieser ebenfalls ein Polizeibeamter war. Da der verheiratete Geliebte ein Alibi seitens seiner Ehefrau vorweisen konnte, wurde dieser Verdacht nicht weiter verfolgt. Somit blieb Harry Wörz als Verdächtiger. Polizei und Justiz haben hier jedoch versagt und Harry Wörz zu Unrecht beschuldigt und verurteilt. Er forderte Gerechtigkeit und Schadenersatz, denn es kam zu Fahndungsfehlern und Ungereimtheiten seitens der Polizei.

Doch zuvor im Jahr 1999 wurde Harry Wörz von den Eltern des Opfers verklagt, diese Schmerzensgeld und Schadenersatz forderten, damals 300.000 DM. Die Klage wurde jedoch abgewiesen, da es erhebliche Zweifel an der Schuld des Beklagten gab. Nachdem man ihn wegen versuchten Totschlags verurteilt hatte, stellte Harry Wörz 2001 einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Er legte Beschwerde ein worauf das Oberlandesgericht Karlsruhe die Prüfung des Falls anordnete. Der Haftbefehl wurde aufgehoben.

2005 die Wiederaufnahme des Prozesses, woraus ein endgültiger Freispruch folgte. Er forderte Haftentschädigung die man ihm mit 25 Euro pro Hafttag gewährte. Außerdem fordert er Entschädigung, Verdienstausfall, Kosten für Anwälte und weil er seine damalige Wohnung auflösen musste. Harry Wörz ist ein gebrochener Mann, leidet unter Schlaflosigkeit und Depressionen.