True Story

Der Zwang zum Bösen (Compulsion) – amerikanisches Drama, Biografie aus dem Jahr 1959.

Der Zwang zum Bösen (Compulsion)

Der Film basiert auf dem Buch Compulsion des Schriftstellers Meyer Levin, das den Fall von Leopold und Loeb beschreibt.

Leopold und Loeb, zwei wohlhabende Studenten der Universität von Chicago, die im Jahr 1924 den 14-jährigen Robert “Bobby” Franks entführt und ermordet haben.
Beide Täter Nathan Leopold Junior (1904-1971) und Richard Loeb (1905-1936) wurden zu einer lebenslangen Haft verurteilt.
Ihre Tat war bemerkenswert, weil sie hauptsächlich durch den Ehrgeiz der beiden Studenten motiviert war, das perfekte Verbrechen im Sinne der Kunst des Mordes zu begehen.

Die Kunst des Mordes (Art of Murder) ist die Ansicht, dass Morden eine Kunstform darstellen kann. Gedankliche Voraussetzung ist, dass Kunst als amoralisch angesehen wird und nur der Ästhetik verpflichtet ist. Leopold hatte angeblich 15 Sprachen studiert, wovon er fünf fließend sprach.Anerkennung erhielt er auch als Ornithologe.
Loeb war außergewöhnlich intelligent, dennoch faul und unmotiviert.
Er war von Verbrechen besessen und las ein Kriminalroman nach dem anderen.
Die beiden wohlhabenden Studenten wollten ein unbeweisbares und folgenloses Verbrechen begehen. Ein Mord, ohne Motiv, ohne Leidenschaft.

Nathan Leopold und Richard Loeb, 19 und 18 Jahre alt, hatten alles geplant, eine Entführung mit anschließendem Mord. Sie waren sich sicher dafür nicht gefasst zu werden. Die beiden Freunde waren homosexuell und außergewöhnlich intelligent. Hochbegabte Studenten der besseren Chicagoer Gesellschaft, die sich als Übermenschen beweisen wollten. Das Opfer, der 14-jährige Bobby Franks, war ein zufälliges Opfer einer Absprache.

Am 21.Mai 1924 entführten sie den Jungen, schlugen ihn mit einem Meißel bewusstlos und erstickten ihn. Nach der Tat versuchten sie den Leichnam mit Säure unkenntlich zu machen, verbargen ihn in einem Abflussrohr und täuschten dann mit einem Anruf bei Bobbys Eltern eine Entführung vor. “Hallo? Mr. Franks?-Ja.-Ich heiße Johnson. Wir haben ihren Sohn entführt. Hören Sie! Er ist wohlauf. Seien Sie unbesorgt. Lassen Sie die Polizei aus dem Spiel. Und erwarten Sie unsere Nachricht morgen früh.” Sie forderten eine Lösegeld in höhe von 10.000 Dollar. Beide hatten dies alles in 7 Monaten geplant. Ihr zufälliges Opfer war nicht nur Nachbar von Loeb sondern auch ein Cousin zweiten Grades.

Leopold war fasziniert von Friedrich Nietzsche’s Konzept des Übermenschen. Verwöhnt und verblendet von ihrer Herkunft und geistigen Brillanz hatten sie trotzdem ihren Nietzsche falsch verstanden. Der Zufall ermöglichte die Überführung der Täter. Eins hatten Leopold und Loeb nicht vorausberechnen können, den Zufall.
Ein Arbeiter namens Tony Minke hatte den leblosen Körper von Bobby Franks in dem Abflussrohr gefunden. Neben der Leiche lag eine Brille, die Nathan Leopold dort verloren hatte. Somit konnte man die Täter überführen. Beide gestanden die Tat, nur die Tötung selbst wiesen sie sich gegenseitig zu.

Die Polizei hatte eine intensive Untersuchung gestartet und lobte Belohnungen für Informationen aus. Die Brille die man fand war mit einem ungewöhnlichen Klappmechanismus ausgestattet und fand heraus das diese nur drei Kunden in Chicago gekauft hatten, darunter Nathan Leopold. Auch die von ihnen zerstörte Schreibmaschine wurde gefunden. Das Gerichtsverfahren gegen die Täter war eine moderne Sensation. Mehrere psychiatrische Gutachter wurden verpflichtet. Die Presse schrieb vom “Prozess des Jahrhunderts.” Aufregend war schon die Fallhöhe von der hohen gesellschaftlichen Position der Angeklagten zum Abgrund in ihrem Inneren. Beide bekamen lebenslänglich. Loeb wurde 1936 von einem Mithäftling erstochen. Leopold kam 1958 frei, nach 33 Jahren Haft. Er heiratete und lebte bis 1971.