True Story

Wer den Wind sät (Inherit the Wind) – amerikanisches Drama aus dem Jahr 1960.

Wer den Wind sät

Das Drama basiert auf einem realen Fall im Jahr 1925 in den Vereinigten Staaten, in der Stadt Dayton, Tennessee. Ein aufsehenerregendes Gerichtsverfahren das gegen den Lehrer John Thomas Scopes geführt wurde.

John Thomas Scopes (1900-1970) arbeitete als Lehrer und brachte seinen Schülern die Evolutionstheorie Darwins näher. Die Erkenntnisse des britischen Naturforschers und Naturwissenschaftler Charles Darwin (1809-1882) sagen aus das der Mensch vom Affen abstammt. Dafür wurde John Thomas Scopes verurteilt, da es ein Gesetz gab, das verbot die Evolutionstheorie zu unterrichten.

Dieses Gesetz namens Butler Act, war am 13. März 1925 in Kraft getreten. Ein umstrittenes Gesetz das allein in Tennessee bis 1967 Anwendung fand. Dadurch war es untersagt in staatlich finanzierten Bildungseinrichtungen jegliche Theorien zu lehren, denen zufolge der Mensch nicht wie in der Bibel gelehrt göttlichen Ursprungs sei, sondern von einer niedrigeren Ordnung von Tieren abstamme.

Bislang wurde die Evolutionstheorie von Charles Darwin gelehrt. 1925 wurde dies abgelehnt und man war dagegen. Der Farmer und Mitglied des Abgeordnetenhauses von Tennessee, John Washington Butler, sprach sich dafür aus das Lehren der Evolutionstheorie zu verbieten. Da der 24-jährige Lehrer John Thomas Scopes dies dennoch lehrte, verstieß er gegen das Gesetz. Man machte ihm den Prozess, bekannt als Scopes-Prozess oder auch Affenprozess.

John Thomas Scopes hatte sich gegen diese Regelung gewehrt und durch Bürgerrechtler bestärkt unterrichtete er. Verboten war nur zu lehren, dass der Mensch von einer niedrigeren Art abstamme, oder sonstige Theorien zu lehren, nach denen nicht Gott, wie in dem 1. Buch Mose beschrieben, den Menschen geschaffen habe.

Der Prozess gegen John Thomas Scopes offenbarte die Lächerlichkeit dieses Gesetzes und den Argumenten der Anklage. Man verurteilte Scopes zu einer Strafe, einer Zahlung in Höhe von 100 Dollar. Kläger war unter anderem der religiöse Fundamentalist und Staatsanwalt William Jennings Bryan (1860-1925). Er war Mitankläger und galt als einer der bekanntesten Gegner des Darwinismus und der Evolutionstheorie. Kurz nach dem Prozess verstarb William Jennings Bryan.

Auf der Seite von Scopes waren ein Gruppe von Wissenschaftlern und Mitglieder der amerikanischen Bürgerrechtsunion American Civil Liberties Union. Als Anwalt und Verteidiger stand der Rechtsanwalt Clarence Darrow zur Seite, dieses zudem führendes Mitglied dieser Bürgerrechtsorganisation war. Ein bekannter Anwalt der bereits 1924 im Fall von Leopold und Loeb auftrat.

Wegen der Sonderrolle der Abstammung des Menschen erhielt der Prozess in der Öffentlichkeit unter anderem den Namen Affenprozess (Monkey Trial). Tausende von Zuschauern strömten nach Dayton, um diesen Prozess hautnah zu verfolgen. Sie mussten mit ansehen wie der Staatsanwalt und Experte für die Bibel, William Jennings Bryan, gedemütigt wurde, als ihn Scopes Verteidiger Clarence Darrow selbst in den Zeugenstand gerufen hatte.

John Thomas Scopes machte nach dem Prozess einen Abschluss in Geologie. Später arbeitete er in der Ölbranche. 1970 verstarb er in Shreveport, Louisiana.