True Story

Habermann – deutsch-tschechisch-österreichisches Kriegsdrama aus dem Jahr 2010.

Habermann

Der Film beruht auf wahren Begebenheiten. Erzählt wird die Geschichte einer moralisch anständigen Familie, die in den finsteren Zeiten des Zweiten Weltkriegs tief hinein gerissen wird, in einen verhängnisvollen Strudel aus Neid, Verrat, Hass und Gewalt. Das Drama ist von wahrhaft historischer Bedeutung, denn es zeigt das dunkle Kapitel der Sudetenvertreibung. Die etwa 3,5 Millionen deutschsprachigen Einwohner dieser böhmischen Länder bezeichnete man erst seit etwa 1900 als Sudetendeutsche.

Im Oktober 1938 marschieren Deutsche Truppen ins Sudetenland ein. Sudetenland war ein Gebiet entlang der Grenzen der damaligen Tschechoslowakei zu Deutschland sowie Österreich. Hier lebten überwiegend Deutsche, Kultur und Sprache waren deutsch, auch bekannt als Deutschböhmen und Deutschmährer.

Die friedlichen Zeiten haben ein Ende. Die Deutschen holen das Sudetenland „heim ins Reich.“ Bislang gab es ein friedliches Nebeneinander von Tschechen und Deutschen. Hatten Deutsche und Tschechen doch viele Jahrhunderte lang problemlos zusammengelebt, bevor die weitgehend  friedliche Koexistenz mit dem Einmarsch der Deutschen zerstört wurde. Dieser Einmarsch wurde von vielen gebührend gefeiert. Die Deutschen sahen sich als Befreier und wurden von den dort lebenden Menschen begeisternd empfangen.

Ein Wehrmachtssoldat  namens Herbert Wetzig (1914-1942) schrieb in seinem Tagebuch; “ In Grulich, der ersten Stadt hinter der Grenze, begeisterter Empfang. Dicht gedrängt stehen die Menschen auf dem Marktplatz, kaum dass die Musik von den Heilrufen zu hören ist. Das ist keine leere Begeisterung. Das ist wahre Freude…und es wird uns dabei so ganz anders. Etwas Unbeschreibliches geht durch uns. Vielleicht ist es die Genugtuung, diesen unseren Brüdern und Schwestern helfen zu können.“

Im November 1937 erklärte Hitler den Oberbefehlshabern der Wehrmacht, dass der Anschluss Österreichs und der Tschechoslowakei die nächsten Schritte seien. Im April 1938 bekräftigte Hitler, „die Tschechoslowakei in absehbarer Zeit durch eine Militäraktion zu zerschlagen.“ Auf diesem Weg zu der von ihm so proklamierten „Lösung der deutschen Raumfrage“ war die Sudetendeutsche Partei ein willfähriger Partner.

Vom 1. bis zum 10. Oktober 1938 besetzten Wehrmachtseinheiten die Sudetengebiete. 3,63 Millionen Einwohner, darunter etwa 2,9 Millionen Deutsche und 700.000 Tschechen, wurden mit sofortiger Wirkung „heim ins Reich“ geholt. Am 16. März 1939 wurden das „Protektorat Böhmen und Mähren“ zum Bestandteil des „Großdeutschen Reichs“ erklärt.

Kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs gründete der ehemalige tschechoslowakische Präsident Eduard Beneŝ das tschechoslowakische Nationalkomitee und bestärkte seine Anstrengungen der vollständigen Wiedererrichtung der Tschechoslowakei unter Einschluss der Sudetengebiete und der Ausweisung der Deutschen. Von den Alliierten erhielt er seine Zustimmung zu seinen Entrechtungs-und Vertreibungsplänen. Dies war 1943 beschlossene Sache. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Sudetengebiete wieder in die Tschechoslowakei eingegliedert. Man begann damit die Deutschen zu vertreiben.

Wer seine antifaschistische Gesinnung nicht nachweisen konnte, wurde in Arbeitslager, wie Kohlegruben und Gradierwerken gebracht, oder gezwungen auf Bauernhöfen zu arbeiten.

Es kam zu Massakern bei denen viele Deutsche ums Leben kamen. 3 Millionen Sudetendeutsche wurden vertrieben. Man schätzt 240.000 Tote und Vermisste. Später kam es zu Neuansiedlungen, ein Thema was bis heute zu Spannungen der vier involvierten Länder, Österreich, Deutschland, Ungarn und der Tschechoslowakei führt.