True Story

Anatomie eines Mordes (Anatomy of a Murder) – amerikanisches Drama aus dem Jahr 1959.

Anatomie eines Mordes

Das Drehbuch des Films orientiert sich an dem Roman „Anatomy of a Murder“ von John D. Voelker, auch bekannt unter seinem Pseudonym Robert Traver. John D. Voelker (1903-1991) war Anwalt beim Michigan Supreme Court, dem höchsten Gericht im US-Bundesstaat Michigan. In seinem Bestseller-Roman schreibt er von einem wahren Mordfall im Jahr 1952, bei dem er der Anwalt der Verteidigung war.

Am 31. Juli 1952 war es zu diesem Mord gekommen. Ein Leutnant der Armee, Coleman A. Peterson, hatte den Barkeeper Maurice Chenoweth in Big Bay, Michigan, getötet. John D. Voelker übernahm die Verteidigung des Mörders Coleman A. Peterson. Das angebliche Motiv des Mordes war ein Racheakt, da Chenoweth die Frau von Peterson kurz zuvor vergewaltigt haben soll.

Der Prozess begann am 15. September 1952. Der Verteidiger John D. Voelker plädierte auf Unzurechnungsfähigkeit. Damit hatte er Erfolg und Peterson war ein freier Mann.

Der Leutnant Coleman Peterson war ein Kriegsveteran, der im Zweiten Weltkrieg diente und im Korea-Krieg seinen Dienst verrichtete. Dieser stand nun wegen Mordes vor Gericht, da er den Barbesitzer Maurice Chenoweth erschossen hatte. John D. Voelker machte sich hierbei seinen Ruf als Verteidiger, da er auf Unzurechnungsfähigkeit plädierte. Ein Grund um einer Strafe zu entgehen.

Der Prozess dauerte sieben Tage, 31 Zeugen wurden geladen, darunter 26 Personen die gegen Peterson aussagten und fünf die auf der Seite der Verteidigung waren. Die Jury beriet sich vier Stunden und gab ihr Urteil bekannt – nicht schuldig wegen Unzurechnungsfähigkeit. Kurz nach der Verhandlung ließen sich Peterson und seine Frau scheiden.

John D. Voelker schrieb über diesen Fall sein Buch. Anatomy of a Murder entstand in nur drei Monaten. Seine Art der Verteidigung, auf Unzurechnungsfähigkeit zu plädieren, wurde seit dem Jahr 1886 nicht mehr angewendet. Grund genug darüber sein Buch zu schreiben, vor allem weil er damit erfolgreich gewesen ist. 1957 wurde er vom Gouverneur G. Mennen Williams an das Michigan Supreme Court berufen. Hier übernahm er weitere Fälle. Am 18. März 1991 verstarb John D. Voelker im Alter von 87 Jahren an einem Herzinfarkt.

Warum wurde hier der Mörder freigesprochen? Der Film untersucht die scheinbare Fehlbarkeit des menschlichen Faktors in der Rechtssprechung, verschiedener Komponenten, untersucht Ratschläge der Verteidigung und Staatsanwaltschaft. Dies betrifft auch den Angeklagten und seine Frau. Zeugen machen unterschiedliche Aussagen, was ist hier richtig und was falsch. Man hinterfragt Integrität, Gerechtigkeit, Moral und Ethik. Man ist abhängig von der Glaubwürdigkeit der verschiedenen Aussagen, außerdem der Feststellung von Tatsachen.

Der Film selbst sei von pädagogischen Wert, wurde als Lehrmittel an verschiedenen juristischen Fakultäten gezeigt, analysiert und darüber diskutiert.