True Story

Ghetto (Vilniaus getas) – deutsch-litauisches Drama aus dem Jahr 2006.

Ghetto

Ghetto – Eine wahre Geschichte, nach dem weltweit erfolgreichen Theaterstück von Joshua Sobol, thematisiert der Film das Ghetto von Wilna, einem Ghetto der Nationalsozialisten in der Altstadt der litauischen Hauptstadt Vilnius während des Zweiten Weltkriegs. Die jüdische Bevölkerung wurde dort von den deutschen Besatzern eingesperrt. Salk Dessler wurde Chef der Ghetto-Polizei, nachdem Jacob Gens zum alleinigen Leiter des Ghettos bestimmt wurde.

Jacob Gens (1905-1943) war Vorsitzender des Judenrats im Ghetto Wilna. 1942 wurde der Leiter der Ghetto-Polizei zum alleinigen Repräsentanten des Ghettos bestimmt. In dieser Funktion versuchte Jacob Gens, sein Konzept „Leben durch Arbeit“ durchzusetzen. Die zugrunde liegende Idee war, die Arbeit im Ghetto der Juden für die Deutschen unverzichtbar zu machen, um so wenigstens einem Teil der Menschen das Überleben zu sichern. So entstanden im Ghetto Textil-und Schneidermanufakturen oder Tischlerwerkstätten. Sein Konzept war dennoch umstritten, da es Selektionen beinhaltete und mit der deutschen Logik korrespondierte. Trotz einer Warnung, dass die Sicherheitspolizei beabsichtigte ihn zu erschießen, weigerte sich Jacob Gens zu flüchten. Neun Tage vor der Liquidierung des Ghettos wurde er von den Nationalsozialisten exekutiert.

Die Menschen wurden in den Ghettos zusammengepfercht, die als Vorstationen für ihren Abtransport in die Vernichtungslager dienten. Die Nationalsozialisten bezeichneten dies als Endlösung der Judenfrage, oder als Endlösung, mit dem Ziel seit dem Juli 1941 alle von ihnen als Juden definierten Personen in Europa und darüber hinaus zu ermorden.

Auch das Theater im Wilnaer Ghetto hat in Wirklichkeit existiert. Am 26. April 1942 öffnete sich der Vorhang der ersten Premiere. Im Laufe von anderthalb Jahren wurden zahlreiche Stücke aus dem hebräischen Repertoire gespielt.

Bruno Kittel war ab Juli 1941 Leiter des Referats Judenfragen der Gestapo Wilna und leitete die Auflösung, Liquidierung, des Ghettos in Vilnius, Kaunas und Riga. Im Juli 1943 war Kittel Kommandant des Wilnaer Ghettos, das er 1943 liquidierte.

Hermann Kruk, von Beruf Bibliothekar, hatte vor dem Krieg viele jüdische Büchereien eingerichtet. Er floh aus Warschau vor den Deutschen nach Wilna. Hier betreute er die Bibliothek im Ghetto. Später wurde er deportiert und erschossen.

Thema des Films ist zudem das Leiden der Ghetto-Bewohner in einem abgeschlossenen Territorium, das von den Besatzern durch gezielte Überbelegung, mangelnde Hygiene, Nahrungsentzug und Arbeit in einen Vorposten der Vernichtung verwandelt wurde. Kälte und Hunger machten das Leben zur Qual. Immer wieder gab es so genannte „Aktionen“, bei denen die nicht arbeitsfähige Bevölkerung ausgesondert und zur Erschießung nach Ponar gebracht wurde. Mehrere Tausend Menschen kamen so ums Leben. Und Realität war auch die Beteiligung jüdischer Handlanger an solchen Selektionen.

Der Holocaust in Litauen war ein von Deutschen verübter Völkermord, dem zwischen 1941 und 1944 die jüdische Bevölkerung beinahe völlig zum Opfer fiel. Über 200.000 Juden wurden hauptsächlich durch Angehörige der dafür aufgestellten Einsatztruppen und ihren Helfern ermordet.