True Story

Und dann der Regen (También la lluvia) – mexikanisch-spanisch-französisches Drama aus dem Jahr 2010.

und dann

Das Drama spielt vor dem Hintergrund des Wasserkriegs von Cochabamba, der im Jahr 2000 durch die Privatisierung der Wasserversorgung und die in der Folge stark steigenden Preise für Wasser ausgelöst wurde. Cochabamba ist die viertgrößte Stadt Boliviens mit etwa 631.000 Einwohnern.

Im Jahr 2000 wurde die Stadt Schauplatz des Guerra del Agua, dem Wasserkrieg. Dabei kam es zu heftigen Protesten und einem Generalstreik. Nachdem die Wasserversorgung privatisiert wurde, eskalierte der Protest der Demonstranten und der Polizei in Gewalt. Während dieser Proteste starben 7 Menschen und Hunderte wurden verletzt.

Anfang 2000 hatte die Weltbank für weitere Kredite an Bolivien die Privatisierung der Wasserversorgung verlangt. Der Staat sollte das gesamte Wasservorkommen an den US-Konzern Bechtel verkaufen. Somit war die Bevölkerung gezwungen das Wasser zu kaufen – es wurde zu einer käuflichen Ware.

Nach dem Verkauf stiegen die Wasserpreise um ein dreifaches. Dies bedeutete das eine Familie etwa ein Viertel ihres Einkommens nur für Wasser zahlen musste. Hierbei kam es zu Verträgen die untersagten, Wasser aus anderen Quellen zu nutzen. Selbst das Sammeln des Regenwassers war illegal.

Nachdem man dagegen protestierte, schickte die Regierung Polizei und das Militär um diesen Vertrag durchzusetzen. Das Kriegsrecht wurde verhängt. Die Bevölkerung wehrte sich mit allen Mitteln, was den Protest immer stärker werden ließ. Nach wochenlangen Ausschreitungen war es den Menschen schließlich gelungen, die Polizei und das Militär zu vertreiben. Die Regierung war gezwungen die Privatisierung der Wasserversorgung rückgängig zu machen.

Aufgrund der Knappheit des Wassers in Bolivien, hat es eine überragende Bedeutung. Die Menschen haben für ihr Wasser gekämpft und der Misserfolg der Privatisierung ist auf die undemokratische, nicht transparente sowie die vom Staat durchgesetzte Art und Weise zurückzuführen. Es traf die ärmsten Bevölkerungsteile, aber auch ihre traditionelle Lebensweise, was zu einer sozial ungleichen und ungerechten ausgestatteten Versorgung führte.

Historisch-kulturell gesehen gilt Wasser in Bolivien nicht nur als Ressource, sondern ist auch ein wesentliches, für sie göttliches Element ihrer Weltanschauung. Bedingt durch die Wasserknappheit hatte man innovative Bewässerungssysteme entwickelt. Die Verteilung des Wassers erfolgte nach Bedarf, Gemeinschaftsmustern, Gewohnheit, sowie zyklischer Verfügbarkeit. Zentrale Aufgabe der Politik ist es, nicht nur in Bolivien, dies muss man allgemein betrachten, Wasser flächendeckend, in hochwertiger Qualität und zu erschwinglichen Konditionen allen Menschen dieser Welt zur Verfügung zu stellen.