True Story

Die Faust der Rebellen (Boxcar Bertha) – amerikanisches Drama aus dem Jahr 1972.

Die Faust der Rebellen

„Basierend auf einer wahren Geschichte, ist Die Faust der Rebellen ein fesselnder Film über Eisenbahner, Ganoven und Liebende auf der Flucht.“

Der Film beruht auf dem Buch „Sister of the Road: The Autobiography of Boxcar Bertha“, aus dem Jahr 1937 von Ben L. Reitman. Das Buch ist ein pseudo-autobiographisches Werk in dem der Autor die Geschichte des fiktiven Charakters Bertha Thompson beschreibt. Bertha Thompson gab es in Wirklichkeit nicht. Aber, Ben L. Reitman beschreibt durch sie drei Frauen die er persönlich kannte. Sie verkörpert deren Geschichten. Diese Frauen waren Landstreicherinnen, verarmt und obdachlos.

Ben Lewis Reitman (1879-1943) war amerikanischer Anarchist und Arzt. Bekannt ist er als Liebhaber der Anarchistin und Friedensaktivistin Emma Goldman (1869-1940). Er arbeitete als Arzt in Chicago und bat seine medizinische Hilfe den Obdachlosen, Prostituierten, den Armen und den Verstoßenen an. Er führte auch Abtreibungen durch, diese damals illegal waren.

Es ist die Zeit der 1930er Jahre, der Weltwirtschaftskrise, der Großen Depression. Während der Weltwirtschaftskrise gab es immer mehr Landstreicher. Arbeit gab es nicht, demzufolge auch kein Geld oder ein festes Zuhause. Viele versuchten dem zu entfliehen. Einige sprangen auf Güterzüge auf, um an anderen Orten ihr Glück zu versuchen. Auf diesen Zügen war man jedoch ziellos unterwegs. Daher rührt auch der Name Boxcar Bertha, was frei übersetzt heißt; Güterwagen Bertha.

Das Leben als Vagabund war auch gefährlich, besonders für Frauen. Die Betriebe rund um die Eisenbahn hatten längst bemerkt, das man auf diese Züge aufspringt. Das Sicherheitspersonal wurde verstärkt um die Eindringlinge abzuwehren, dies mit allen Mitteln, auch mit Gewalt.

Die Landstreicher entwickelten verschieden Symbole um sich untereinander zu verständigen, Informationen oder gar Warnungen weiterzugeben. Man nannte sie auch pea pickers. Darunter auch eine Frau namens Florence Owens Thompson, eine Frau mit sieben Kindern. Auch sie war ohne Arbeit und musste für sich und ihre sieben Kinder sorgen. Sie suchte ständig nach Arbeit in der Landwirtschaft.

Die Geschichte von Ben L. Reitman ist eine echte amerikanische Geschichte, die man in Lehrbüchern vergebens sucht. Es ist ein Einblick in diese Zeit, den Menschen, ihren Nöten und Ängsten. Der Autor beschreibt die Geschichte einer robusten Frau während der Großen Depression, ihren Geschichten mit Zuhältern und Freiern, die einfach um das Überleben kämpft. Es geht dabei auch um die Anarchisten, den Bordellen und Mördern.

Das Buch beschreibt die sozialistischen Lager, die Prostitution und den sozialen Wandel. Es ist Ben Reitmans Kritik am Kapitalismus und sein Plädoyer für die Freiheit. Auch er war am „San Diego Free Speech Fight“ beteiligt, bei dem man das Recht frei sprechen zu können forderte. Konflikte über die freie Meinungsäußerung und um die Rechte der Gewerkschaften durchzusetzen. Dieser Protest artete in Gewalt aus. Ben Reitman wurde entführt, geschlagen, geteert und gefedert.