True Story

Was nützt die Liebe in Gedanken – deutsches Drama aus dem Jahr 2004.

Was nützt die Liebe in Gedanken

Das Drama beruht auf der so genannten „Steglitzer Schülertragödie“, diese sich 1927 im Berliner Stadtteil Steglitz abspielte. Bei diesem Vorfall am 28. Juni 1927 kamen zwei Schüler ums Leben.

Die beiden Oberschüler, der 18-jährige Paul Krantz und der 19-jährige Günther Scheller, hatten im elterlichen Anwesen in Mahlow einen Selbsmordpakt geschlossen. Ein Selbstmörder-Klub bei dem Günther Scheller seinen Kumpel, den 18-jährigen Kochlehrling Hans Stephan erschießen sollte. Paul Krantz sollte dann darauf Günther Scheller und dessen 16-jährige Schwester Hildegard töten. Nach diesen Morden wollte sich Paul Krantz selbst das Leben nehmen.

Es ist der 28. Juni 1927 im Berliner Stadtteil Steglitz in der Wohnung des Kaufmanns Otto Scheller. In den Morgenstunden kommt es zu einem fürchterlichen Drama, Günther Scheller und Hans Stephan starben. Die Polizei fand die beiden Leichen im Schlafzimmer der Familie Scheller. Ein Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Auch Paul Krantz war am Tatort, der alles gesehen aber nicht geschossen haben will. Die Polizei nahm sofort die Ermittlungen auf. Günther Scheller hatte wie geplant Hans Stephan erschossen. Danach richtete er sich selbst, mit einem Kopfschuss.
Die Jugendlichen hatten sturmfrei, die Schellers waren in Dänemark im Urlaub. Hildegard hatte nach der Tat den Hausarzt der Familie Dr. Freund gerufen. „Ein Unglück ist geschehen, ich glaube mein Bruder stirbt.“

Durch dieses Ereignis kam es zu einem höllischen Medienspektakel. Jeder stellte sich die Frage warum sich junge und sozial gesicherte Heranwachsende so etwas antun. Auslöser für diese Tat waren Liebe und Eifersucht, zudem jugendlicher Übermut. Unter starkem Alkoholeinfluss hatten sie alles geplant. Zwischen Paul Krantz und Hildegard Scheller gab es eine intime Bindung. Sie verkehrte jedoch auch mit Hans Stephan, dieser wiederum von Günther Scheller geliebt wurde.

Paul Krantz hatte zwar die Tat nicht begangen, wurde dennoch wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und des gemeinschaftlichen Totschlags angeklagt. Es folgte eine Verurteilung zu drei Wochen Haft. Vom Vorwurf des Mordes wurde er freigesprochen.

Paul Albert Krantz (1909-1983) lebte ab 1931 unter dem Pseudonym Ernst Erich Noth. Er wurde am 25. Februar 1909 in Berlin geboren, galt als begabter Schüler und gehörte für einige Zeit dem Jungdeutschen Orden an, einem Verband in der Zeit der Weimarer Republik. Nach dieser Tragödie beendete er seine schulische Ausbildung. 1929 begann er ein Studium an der Universität Frankfurt. 1933 emigrierte er nach Frankreich. Unter dem Pseudonym Ernst Erich Noth arbeitete er als Redakteur für eine Zeitschrift. 1941 floh er in die USA da ihn die Nationalsozialisten die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt hatten. 1963 kehrte er nach Europa zurück und lebte ab 1970 wieder in Deutschland und arbeitete als Honorarprofessor. Am 15. Januar 1983 verstarb er in Bensheim.