True Story

Murder in the First – amerikanisches Drama, Thriller aus dem Jahr 1995.

Murder in the First

Auch wenn die Handlung des Films weitgehend fiktiv ist, so gibt es dennoch wahre Begebenheiten. Historische Ereignisse wurden im Film geändert. Den Häftling Henri Young, der im Gefängnis Alcatraz seine Strafe verbüßte, gab es wirklich. Der echte Henri Young war Bankräuber, der eine Geisel genommen hatte. Zudem hat er einen Mord begangen. Im Film werden diese Vergehen verharmlost, hier sitzt er wegen Diebstahl von 5 Dollar im Gefängnis.

Henri Theodore Young wurde am 20. Juni 1911 in Kansas City, Missouri, geboren. Er war dem Strafvollzug kein Unbekannter, er hatte bereits einige Zeit in den Staatsgefängnissen in Montana und Washington verbüßt, bevor man ihn 1936 in Alcatraz einsperrte.

1939 versuchte er mit weiteren Gefängnisinsassen aus dem Alcatraz Federal Penitentiary zu fliehen. Zwei der Flüchtigen wurden dabei getötet. Henri Young und Rufus McCain konnten gefasst werden. Beide kamen für mehrere Monate in Einzelhaft. Nachdem beide diese Strafe in Einzelhaft verbüßt hatten, kamen sie wieder in den normalen Gefängnisalltag und wurden den anderen Gefangenen zugeordnet. Rufus McCain kam in die Schneiderei und Henri Young arbeitete in der Tischlerei.

Am 3. Dezember 1940 wurde Rufus McCain von Henri Young getötet. Als Tatwaffe nutzte er einen Löffel, den er bearbeitet hatte. Über das Motiv für seine Tat hat er nie geredet. Er weigerte sich dazu Angaben zu machen. Vermutlich war sein mörderisches Verhalten eine direkte Folge seiner Einzelhaft und deren Haftbedingungen.

Henri Young blieb bis 1948 in Alcatraz, bis man ihn nach Springfield in das United States Medical Center for Federal Prisoners, einem Gefängniskrankenhaus, verlegte. Danach wurde er nochmals verlegt, in das Washington State Penitentiary, der Stadt Walla Walla.

Seine Anwälte behaupteten aufgrund seiner Haftbedingungen in Alcatraz, fast drei Jahre in strenger Isolation, nicht für seine gewalttätigen Aktionen verantwortlich gemacht werden zu können. Als es zur Anklage wegen dem Mord an Rufus McCain gekommen war, sympathisierte die Jury mit Henri Young, dennoch wurde er wegen Totschlags für schuldig befunden. Nach etwa 40 Jahren im Gefängnis wurde Henri Young 1972 auf Bewährung entlassen. Hier verliert sich seine Spur, was er danach machte ist nicht bekannt.

Zu Alcatraz heißt es, das die Haftbedingungen weit aus besser als in anderen Gefängnissen gewesen sein sollen. Henri Young galt als schwieriger Häftling. Inhaftierte wurden für ein gewisses Fehlverhalten bestraft. So gab es Zellen in die man sie nackt und bei geringeren Mahlzeiten einsperrte. Die Zelle war kalt und eine Matratze gab es nur für die Nacht. Diese Art der Strafe dauerte in der Regel nur ein bis zwei Tage. Diese kargen Zellen für eine Isolationshaft nannte man „The Hole.“

Wahr sei auch das die Verteidigung von Henri Young versucht hatte, das Gefängnis Alcatraz und dessen Mitarbeiter zu verunglimpfen, im Bezug auf die Haftbedingungen. Henri Young hatte seinen Anwälten gesagt das er mehr als drei Jahre in Einzelhaft gewesen sei. Das die Wärter sadistische Unmenschen gewesen sein sollen, ist unbegründet und unfair. Das es dort böse Gefängnisbeamte gegeben haben soll ist wohl nur ein Klischee. Auch wenn die New York Times über das Gefängnis schrieb; „Alcatraz war ein Drecksloch, in dem Männer und ihre Persönlichkeitsrechte kontinuierlich missbraucht wurden.“ Glaubt man neueren Studien so war dies eine ganz normale Haftanstalt, Hochsicherheitsgefängnis, in dem es natürlich strenge Regeln gab.