True Story

Das schönste Freudenhaus in Texas (The Best Little Whorehouse in Texas) – amerikanische Komödie, Musical aus dem Jahr 1982.

Das schönste Freudenhaus in Texas

Der Film basiert auf dem Musical The Best Little Whorehouse in Texas, dieses 1978 am Broadway aufgeführt wurde. Erzählt wird die Geschichte der Chicken Ranch in Texas. Dies war ein illegal betriebenes Bordell was dennoch geduldet wurde. Die Chicken Ranch gab es von 1905 bis 1973 und befand sich in Fayette County in der Nähe der texanischen Stadt La Grange.

Bereits 1844 wurde in La Grange ein Bordell eröffnet. Dieses wurde von einer Witwe, bekannt als Mrs. Swine, geführt. Man sagt das dieses Bordell wohl das älteste und am kontinuierlichst laufenden Bordellen der Vereinigten Staaten gewesen sei. Mrs. Swine brachte drei junge Frauen aus New Orleans mit in die Stadt. Es war ein kleines Hotel mit einem Zimmer im Obergeschoss wo die Damen ihre Dienste anboten. Dies erwies sich als sehr erfolgreich, bis zum Bürgerkrieg, als Mrs. Swine und die Damen gezwungen waren die Stadt zu verlassen.

1905 kauft Jessie Williams, auch bekannt als Miss Jessie, ein kleines Haus am Ufer des Colorado River und eröffnet ein Bordell. Sie pflegte gute Beziehungen zur örtlichen Polizei und verweigerte ungebetenen Gästen, wie den Trinkern, den Zutritt. Durch ihre guten Beziehungen erfuhr sie das man gegen die Rotlichtviertel vorgehen wolle. So verkaufte sie das Haus, kaufte Land und ein Haus außerhalb von La Grange. Dies wurde der Standort der Chicken Ranch.

1917 begann man damit für die Chicken Ranch Werbung zu machen. Miss Jessie engagierte zwei Schwestern die sie im Management unterstützen sollen. Sie sollten das Bordell noch bekannter machen. Man schickte Briefe und Päckchen an die Soldaten im Ersten Weltkrieg. Eine der Schwestern heiratete und zog nach San Antonio. Die andere blieb auf der Chicken Ranch und managte das Etablissement bis zu ihrem Tod. Das Haus lag an einer gut befahrenen Straße, was viele Kunden nach Ende des Krieges einbrachte. Neue Damen mussten organisiert, Zimmer und Möbel erneuert werden.

Miss Jessie verstand sich sehr gut mit Sheriff Will Lossein, der dadurch ebenfalls profitierte. Er besuchte die Chicken Ranch regelmäßig und erfuhr alles über die Kriminellen, wodurch viele Straftaten in La Grange aufgeklärt werden konnten. Der Sheriff konnte seiner Arbeit erfolgreich nachgehen, während sich Miss Jessie bedenkenlos um die Geschäfte und um ihr Bordell kümmerte.

Während der Weltwirtschaftskrise war man gezwungen die Preise zu senken. Anfangs hatten die Kunden noch Geld, doch als sich härtere Zeiten bemerkbar machten, entschied man sich als Zahlungsmittel Hühner anzunehmen. Überall waren nur noch Hühner zu sehen, was zu den Namen Chicken Ranch führte. Ein weiterer Vorteil, die Mädchen waren nie hungrig und durch den Verkauf der Eier ein zusätzliches Einkommen.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, machte man die selbe Werbung wie im Krieg zuvor. Das Geschäft erholte sich. Mittlerweile saß Miss Jessie wegen Arthritis im Rollstuhl, doch ihr Haus regierte sie nach wie vor mit eiserner Hand. Später war sie ans Bett gefesselt und musste betreut werden. Jessie Williams starb 1961 im Alter von 80 Jahren.

Das Bordell wurde nun von Edna Milton geleitet. Sie erwies sich als ebenbürtige Nachfolgerin. Auch sie pflegte gute Kontakte zum mittlerweile neuen Sheriff TJ Flournoy. In diesem Bordell arbeiteten nun 16 Damen. An den Wochenenden liefen die Geschäfte besonders gut, Soldaten der nahe gelegenen Militärbasen zählten zu den Gästen. Davon profitierte auch die Stadt, die hier Geld einnahm und mit zahlreichen Spenden für Vereine rechnen konnte.

Die Damen hatten zwischen 5 und 20 Freier am Tag und durften ein Viertel des Geldes behalten. Dafür gab es noch zwei kostenlose Mahlzeiten am Tag und Edna Milton kümmerte sich um Steuern, Versicherungen und die wöchentlichen Arztbesuche. Zählt man alle Einnahmen zusammen, einschließlich den Getränken, Zigaretten und der Musikbox, schätzte man den Gewinn auf 500.000 Dollar pro Jahr.

1973 musste das Bordell schließen, da der Reporter Marvin Zindler eine Verbindung zur organisierten Kriminalität vermutete, die er allerdings nicht beweisen konnte. Seine Sendung im Fernsehen führte zu einem zu großem Rummel. Man sammelte 3000 Unterschriften für eine Petition gegen die Schließung der Chicken Ranch, diese vom texanischen Gouverneur Dolph Briscoe letztlich abgelehnt wurde.