True Story

Jeder für sich und Gott gegen alle – deutsches Drama, Biografie aus dem Jahr 1974.

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Der Film des Regisseurs Werner Herzog basiert auf der wahren und mysteriösen Geschichte von Kaspar Hauser, einem Findelkind das 1828 plötzlich in Nürnberg auftauchte.

Es ist der 26. Mai 1828, einem Pfingstmontag, als ein etwa 16-Jähriger über den Nürnberger Unschlittplatz taumelt. Sein Alter wurde auf 16 Jahre geschätzt. Ein Junge von verwahrloster Gestalt, seiner Kleidung nach aus ärmlichen Verhältnissen und der kaum des Sprechens fähig ist. Es schien als sei er auch geistig zurückgeblieben.

Ein Schuhmacher hatte den Jungen bemerkt, der unverständliche Laute wie „He Bue“ ausrief. Als er sich ihm näherte sagte der Knabe „Neue Torstraße“. Man hielt ihn für einen Landstreicher woraufhin man ihn in Haft nahm. Er behauptete sein Name sei Kaspar Hauser. Zudem hatte er zwei Briefe bei sich. Der eine Brief stammte von einem Tagelöhner, der angab das Kind seit 1812 zu betreuen. Ein weiterer Brief, in dem das Geburtsdatum 30. April 1812 des Jungen stand, dieser vermutlich von seiner Mutter stammte. Außerdem war hier der Name Kaspar Hauser angegeben. Einer dieser Briefe war an den Rittmeister des 6. Chevauxlegers-Regiments in Nürnberg adressiert.

Nach der Frage woher er denn komme soll er Regensburg gesagt haben. Sein Wortschatz war begrenzt, jedoch sagte er: „Ein solcher Reiter möchte ich werden, wie mein Vater gewesen ist“.  Im Gefängnis aß er nur Brot und trank Wasser.

Der Nürnberger Bürgermeister Jakob Friedrich Binder hatte sich selbst dieser Sache angenommen. Er kam zu dem Schluss, dass Kaspar Hauser jahrelang in völliger Isolation in einem lichtlosen Verlies gelebt haben musste. Er sei nur wie ein wilder Mensch erzogen worden und sei weder verrückt noch blödsinnig. Nun wurden auch Juristen, Theologen und Pädagogen auf den Jungen aufmerksam. Das Interesse war so groß das dieser rasch zu einer öffentlichen Attraktion wurde.

Der Nürnberger Georg Friedrich Daumer unterrichtete Kaspar Hauser, der so schnell lernte, das man ihm unterstellte ein Betrüger zu sein. Nachdem er bei seinem Lehrer wohnte, kam es hier zu einem Zwischenfall, dieser sich im Oktober 1829 ereignete. Angeblich sei ein maskierter Unbekannter in das Haus eingedrungen und habe Kaspar Hauser eine Stichverletzung zugefügt. Trotz polizeilicher Ermittlungen konnte dieser Vorfall nicht geklärt werden.

Zu seiner eigenen Sicherheit brachte man ihn zur Familie des Magistratsrates Biberbach, wo er zudem von Polizeibeamten bewacht wurde. Am 3. April 1830 hörte man im Zimmer von Kaspar Hauser einen Schuss. Man fand ihn bewusstlos auf dem Boden liegend. Er sei nur gestürzt, als er nach einem Buch greifen wollte und habe sich dabei an einer Pistole die an der Wand hing festhalten wollen.

Anfang 1832 übergab man ihn in die Obhut des Lehrers Johann Meyer in Ansbach. Hier wurde er am 14. Dezember 1833 im Hofgarten niedergestochen. Er starb wenige Tage darauf. Der Jurist Anselm Ritter von Feuerbach, der sich intensiv mit dem Fall Kaspar Hauser beschäftigte, meint er sei der 1812 geborene rechtmäßige Thronfolger von Baden. Spätere Untersuchungen konnten dies nicht bestätigen. Das Rätsel rund um Kaspar Hauser wird wohl nie gelöst werden.