True Story

Im Herzen der See (In the Heart of the Sea) – amerikanisches Drama, Abenteuerfilm aus dem Jahr 2015.

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Der Film basiert auf dem im Jahr 2000 erschienenen Buch „In the Heart of the Sea – The Tragedy of the Whaleship Essex“ von Nathaniel Philbrick.

Die Essex war ein Walfangschiff das auf der Insel Nantucket, Massachusetts, beheimatet war. Kapitän des Schiffes war George Pollard, Jr. (1791-1870). Im Jahre 1820 als man im südlichen Pazifik auf Walfang war, wurde das Schiff von einem Pottwal gerammt und zwei Tage darauf sank das Schiff.

Die Jagd auf Pottwale war zu dieser Zeit nichts ungewöhnliches. Die Tiere wurden getötet um an das Walrat, oder auch als Spermazeti/Spermaceti bezeichnet, zu gelangen. Dies ist eine fett-und wachshaltige Substanz, welche man im Kopf des Tieres findet. Dieses Walrat wurde für die Herstellung von feinen Kerzen oder auch als Schmierstoff genutzt. Somit war der Pottwal ein bevorzugtes Objekt des industriellen Walfangs.

Nachdem das Schiff von einem Pottwal attackiert und versenkt wurde, verbrachte die Besatzung in ihren Walfangbooten Monate auf dem Meer. Um zu überleben kam es hierbei zum Kannibalismus, bevor man die letzten noch Überlebenden retten konnte. Der Erste Offizier der Essex war der damals 23-jährige Owen Chase (1797-1869). Über diese Ereignisse schrieb er ein Buch „Narrative of the Most Extraordinary and Distressing Shipwreck of the Whale-Ship Essex“, das 1821 veröffentlicht wurde. Der damals 14-jährige Schiffsjunge Thomas Nickerson (1805-1883), schrieb seine Erlebnisse ebenfalls nieder. Die Essex war ein altes Schiff, man nutzte es dennoch da es als gewinnbringend galt. Für ein Walfangschiff mit einer Länge von 27 Meter ein eher kleines Schiff.

Am 12. August 1819 brach man in Nantucket auf um Wale zu fangen. Die afrikanische Küste wurde angesteuert um die dort herrschenden günstigen Winde zu nutzen, um schneller zur Südspitze von Südamerika voranzukommen. Bereits im Atlantik hatte man Wale erlegt und einige der Fässer mit Walrat gefüllt. Nachdem man Kap Hoorn umrundet hatte, sollten im Pazifik die dort vermuteten Wale gejagt werden. Am Morgen des 20. November 1820 hatte man Wale entdeckt. Man brachte die Fangboote aus um einen der Wale zu Harpunieren. Der Wal attackierte das Fangboot und somit war die Besatzung gezwungen die Leinen zu kappen. Zwischenzeitlich hatte der Kapitän des Schiffes alle Boote zurück an Bord gerufen. Als sich die Boote der Essex näherten, sah man das das Schiff stark Schlagseite hatte. Niemand ahnte wieso sich das Schiff so sehr zur Wasseroberfläche neigte, sodass der Unterboden des Schiffes zu sehen war. Wasser trat bereits ein und die Besatzung versuchte mit aller Kraft das Schiff wieder aufzurichten, indem man die Segelmasten und das Tauwerk kappte.

Während man fieberhaft versuchte das Schiff zu retten, tauchte ein riesiger Pottwal auf und rammte die Essex. Man hatte den Wal bereits beobachtet der sich seltsam zu verhalten schien. Ein Pottwal mit einer Länge von 26 Meter, größer als normal und so lang wie das Schiff selbst. Da der Wal das Schiff gerammt hatte, blieb dieser kurze Zeit regungslos auf der Wasseroberfläche. Doch der Wal attackierte das Schiff erneut. Der Aufprall war so stark das einige der Schiffsplanken beschädigt wurden. Der Wal tauchte ab und verschwand. Nun traten größere Mengen Wasser in den Laderaum des Schiffes. Das Schiff hielt sich noch über Wasser und sollte die nächsten zwei Tage nicht untergehen. Man rettete was es zu retten galt, alles Nützliche wurde aus dem Schiff in die Boote geschafft.

Das Schiff, die Essex, war gesunken, 3.700 Kilometer südlich von Südamerika. Man konnte zwar Trinkwasser und Lebensmittel retten, doch die Vorräte waren völlig unzureichend. Die ihnen nächste bekannte Insel war die Insel Marquesas, die 1.900 Kilometer westlich von ihnen lag. Man befürchtete das die Insel von Kannibalen bewohnt ist, so entschied man sich in Richtung Südamerika zu rudern. Trinkwasser und Nahrung wurden rationiert. Nach etwa zwei Wochen aß man die verdorbenen Lebensmittel, spülte die Münder mit Meerwasser und trank den eigenen Urin. Die Männer waren kurz vor dem Verdursten als sie auf eine unbewohnte Insel trafen. Es war die Henderson-Insel, eine der Pitcairn-Inseln. Man fand eine spärlich sprudelnde Süßwasserquelle und wollte die Insel schnellstmöglich wieder verlassen. Drei der Besatzungsmitglieder, William Wright, Seth Weeks und Thomas Chappel, blieben auf dieser Insel zurück. Die anderen machten sich voller Hoffnung auf den Weg um die Osterinseln zu erreichen.

Am 10. Januar starb Matthew Joy. Das Boot welches unter dem Kommando von Owen Chase stand, mit der Besatzung Richard Peterson, Isaac Cole, Benjamin Lawrence und Thomas Nickerson wurde aufgrund einer heftigen Windböe von den anderen Booten getrennt. Am 18. Januar starb Peterson und wurde über Bord geworfen um im Meer bestattet zu werden. Am 8. Februar verstarb Cole, doch hierbei kam es zum Kannibalismus, um zu überleben. 10 weitere Tage mitten auf dem Meer vergingen, als sie von einem britischen Walfangschiff entdeckt und gerettet wurden. Dies 90 Tage nach dem Untergang der Essex. Nach 95 Tagen wurden auch die Boote von Pollard und Hendricks gesichtet. Von insgesamt 21 Besatzungsmitgliedern der Essex, hatten acht der Männer überlebt. Die drei auf der Insel Verbliebenen wurden ebenfalls gerettet. Drei der Verstorbenen wurden auf See bestattet. Sieben der Verstorbenen hatte man verzehrt. Zwei Männer blieben verschollen. Die Besatzung hatte in ihren kleinen Walfangbooten eine Strecke von rund 6.500 Kilometern auf offener See zurückgelegt.