True Story

Ice Bound – Gefangen im Eis – kanadisch-amerikanisches Drama aus dem Jahr 2003.

ice-bound

Der Film erzählt die wahre Geschichte der Ärztin Dr. Jerri Nielsen (1952-2009).

Jerri Lin Nielsen wurde am 1. März 1952 in Salem, Ohio, in den USA geboren. Sie war Ärztin mit Erfahrung in der Notaufnahme, die 1998 für ein Jahr als die einzige Ärztin in der Amundsen-Scott-Südpolstation angestellt war und während dieser Zeit an Brustkrebs erkrankte. Sie unterzeichnete einen für ein Jahr befristeten Vertrag um dort als Ärztin tätig zu sein.

Diese abgelegene Region ist in den sechs Wintermonaten bei Temperaturen von etwa Minus 60 Grad Celsius in nahezu dauerhafte Dunkelheit eingehüllt. Von Mitte Februar bis Ende Oktober können Flugzeuge an der Station nicht landen, weshalb sich die Crew der Station in diesem Zeitraum autonom versorgen muss.

Während ihrer Zeit auf dieser Forschungsstation entdeckte sie einen Knoten in ihrer Brust. Nach Beratung durch amerikanische Kollegen, durch E-mail und Videokonferenzen, führte sie eine Biopsie an sich durch, dies bedeutet sie entnahm sich selbst Gewebematerial von diesem Knoten. Deren Ergebnisse waren allerdings nicht eindeutig, weil die zur Verfügung stehenden Mittel zu veraltet waren um eine schlüssige Diagnose zu stellen.

Die National Science Foundation entschloss sich, ein Militärflugzeug zu entsenden, um mit einem Fallschirm die nötigen Geräte und Medikamente abzuwerfen. Solche Fallschirmabwürfe wurden in vorangegangenen Jahren jährlich durchgeführt, als die Station noch von der US-Navy betreut wurde. Flugzeuge können im Winter dort nicht landen, weil deren Kufen auf dem extrem kalten Eis fest- und das Kerosin und Hydraulikflüssigkeiten einfrieren würden.

Ein C-141 Lastflugzeug der Air Force startete von Christchurch, überflog den Pol und warf sechs Pakete ab, nachdem Mitarbeiter der Station in alten Ölfässern Feuer angezündet hatten, um die Abwurfzone zu markieren. Mit den am Fallschirm abgeworfenen Medikamenten begann Jerri Nielsen, wie zuvor per Videokonferenzen abgesprochen, ihre Selbstbehandlung mit einer Hormontherapie. Sie bildete ein kleines Team ihrer Stationskollegen aus, das ihr bei den Prozeduren assistierte. Eine weitere Biopsie, die mit den per Fallschirmen gelieferten Geräten durchgeführt wurde, ermöglichte es, bessere Fotos von Gewebeschnittproben in die USA zu schicken. Diese bestätigten das es sich um einen bösartigen Krebs handelte.

Mit Hilfe ihres improvisierten medizinischen Teams begann sie mit einer Selbstbehandlung durch eine Chemotherapie. Im Oktober landete ein Flugzeug trotz des erhöhten Risikos durch die kalten Witterungsbedingungen mehrere Wochen früher als geplant, um sie nach Hause zu bringen. Gleichzeitig wurde ein anderer Arzt abgesetzt und ein weitere Mitarbeiter ausgeflogen der eine Hüftverletzung erlitten hatte.

In den USA führte man mehrere Operationen durch, teilweise kam es zu Komplikationen. Jedoch kam es zu einer gesundheitlichen Besserung und sie konnte Vorträge über ihre Erfahrungen halten. Nach der vorübergehenden Besserung breitete sich der Krebs im Jahr 2005 mit Metastasen der Leber und Knochen aus. Sie hielt weiterhin Vorträge und reiste oft und lange nach Hongkong, Vietnam, Australien, Irland, Alaska, sowie Polen und kehrte mehrmals in die Antarktis zurück.

Im Oktober 2008 berichtete Dr. Jerri Nielsen, dass ihr Krebs in Form eines Gehirntumors zurückgekommen sei. Sie blieb trotzdem aktiv und konnte bis März 2009 Vorträge halten. Trotz der ungewöhnlichen Anstrengungen konnte sie den Krebs nicht besiegen. Elf Jahre nach der ersten Diagnose verstarb sie am 23. Juni 2009 in Southwick, Massachusetts im Alter von 57 Jahren.