True Story

Milk – amerikanisches Drama, Biografie aus dem Jahr 2008.

milk

Der Film basiert auf dem Leben des Aktivisten und Politikers Harvey Milk (1930-1978), einem Bürgerrechtler der Schwulen- und Lesbenbewegung. Er war der erste offen schwule Politiker der USA der in ein öffentliches Amt gewählt wurde.

Harvey Bernard Milk wurde am 22. Mai 1930 in Woodmere, New York, geboren. Er war das zweite Kind von William Milk und Minerva Karns. Sein ältererer Bruder Robert wurde 1926 geboren. Seine Eltern waren Juden die aus Litauen eingewandert waren. Als Kind wurde er oft gehänselt, abstehende Ohren, eine große Nase und seine übergroßen Füsse, machten ihn aber auch zum Klassenclown. Er spielte Fußball, interessierte sich für die Oper und entdeckte als Jugendlicher seine Homosexualität. Dies behielt er für sich, ein streng gehütetes Geheimnis.

Harvey Milk absolvierte die Bay Shore-Highschool und begann 1947 ein Lehramtsstudium am staatlichen College in Albany. Er schrieb auch für die Schülerzeitung. Nach dem Studium trat er der US-Navy bei und avancierte zum Leutnant. Nach seinem vierjährigen Militärdienst arbeitete er ab 1957 an der George W. Hewlett Highschool als Lehrer. Am Strand Jacob Riis Park, einem Treff von Homosexuellen, lernt er Joe Campbell kennen. Beide wurden ein Paar.

Sein Job als Lehrer wurde ihm zu langweilig, er kündigte und war nun für eine Versicherungsgesellschaft tätig. Nach sechs Jahren Beziehung trennten sich Harvey Milk und Joe Campbell. Für ihn wurde es erneut langweilig, ihm kam der Gedanke nach Miami zu gehen und dort eine lesbische Freundin zu heiraten. So hätte auch er seine Homosexualität verbergen können. Er entschied sich in New York zu bleiben und pflegte heimlich Kontakte zu Männern.

1962 traf er auf Craig Rodwell, ein schwuler Aktivist der für die Rechte Homosexueller kämpfte. Er ist der Gründer der Buchhandlung Oscar Wilde, der ersten Buchhandlung in der man Bücher von schwulen und lesbischen Autoren fand. Beide wurden ein Paar und es kam zur Trennung, als Rodwell Gewalt gegen die Polizei zur Durchsetzung der Rechte befürwortete. 1974 eröffnet er selbst einen Shop, den „Castro Camera“, welcher später als Wahllokal diente. Harvey Milk, mittlerweile 33 Jahre alt, verliebt sich in John Galen McKinley. Diese Beziehung hielt bis 1968, da McKinley an Depressionen litt und mit dem Gedanken Selbstmord spielte, wenn er ihm nicht genügend Aufmerksamkeit zeige.

Harvey Milk beschloss sich in der Bürgerrechtsbewegung zu engagieren. Unter anderem organisierte er ein Straßenfest in dem Schwulenviertel. Homosexualität war zu dieser Zeit strafbar. In den Bars, Kneipen und Schwulentreffs wurden oft polizeiliche Razzien durchgeführt. Selbst in privaten Bereichen wie den Wohnungen, sollte dies bemerkt werden, führten zum Verlust der Wohnung. Man fühlte sich diskriminiert und wehrte sich dagegen, man organisierte sich um die Rechte durchzusetzen.

Vereinigungen wie, Society for Individual Rights, oder Alice B. Toklas Memorial Democratic Club wurden gegründet. Dies gewann an politischen Einfluss, Politiker entdeckten diese Bewegungen als potentielle Wähler. Sein Interesse galt immer mehr den bürgerlichen und politischen Angelegenheiten. Als Homosexueller war er schließlich selbst betroffen und wurde mit den Problemen konfrontiert. Er bewarb sich um einen Sitz im Stadtrat, ein Vorhaben das scheiterte. Dennoch blieb er politisch aktiv. Bei seiner zweiten Kandidatur erhielt er Unterstützung von den Gewerkschaften, was wieder scheiterte.

Als 1977 das Wahlrecht geändert wurde hatte er diesmal Glück, er erwarb ein Mandat im Stadtrat. Am 27. November 1978 wurden Harvey Milk und der Bürgermeister von San Francisco, George Moscone, vom ehemaligen Stadtrat Dan White im Rathaus erschossen. Dan White wurde zu nur sieben Jahren Haft verurteilt. Nach fünf Jahren wurde er bereits entlassen. 1985 beging er Selbstmord.