True Story

Hurricane – amerikanisches Drama, Biografie aus dem Jahr 1999.

hurricane

Das Drama erzählt die Geschichte von Rubin Carter. 1966 wurde der Mittelgewichtsboxer zu Unrecht zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes verurteilt. Nach fast 20 Jahren unschuldig hinter Gittern kam er durch eine Petition frei. Der Fall des Boxers Hurricane ging in die Geschichte ein. Bob Dylan schrieb einen Song über ihn.

Rubin „Hurricane“ Carter wurde am 6. Mai 1937 in Clifton, New Jersey, geboren. Er war das vierte von sieben Kindern und wuchs in Clifton auf. Als er 11 Jahre alt war wurde er verhaftet, da er einen Mann mit einem Messer verletzt hatte. Dieser Mann, so Rubin Carter, war ein Pädophiler und er habe sich nur verteidigt. Man brachte ihn in eine Besserungsanstalt, aus der er fliehen konnte und der Armee beitrat. Nach seiner militärischen Ausbildung war Rubin Carter auch in Deutschland stationiert.

Nachdem er vom Militärdienst entlassen wurde und in seine Heimat zurück gegangen war, wurde er verhaftet, um die restlichen 10 Monate Haft abzusitzen. Er fand zum Boxen, bestritt 40 Kämpfe von denen er 27 gewinnen konnte. Im Jahr 1966, dem Höhepunkt seiner Boxkarriere, werden er und sein Freund John Artis des Mordes für schuldig befunden. Beide waren mit dem Auto unterwegs als sie von der Polizei gestoppt wurden und man sie mit den Mordvorwürfen konfrontierte.

Durch seine Boxerfolge, seinem Ruhm, führte Rubin Carter einen extravaganten Lebensstil, er besuchte Nachtclubs und Bars. Der Polizei gefiel dies gar nicht, für sie war er ein Dorn im Auge. In der Bar Lafayette Bar and Grill war es zu einem Dreifachmord gekommen. Der Barkeeper James Oliver und ein Gast namens Fred Nauyoks waren sofort tot. Eine weitere Besucherin dieser Bar, Hazel Tanis, verstarb einen Monat später aufgrund ihrer Verletzungen. Laut den Zeugenaussagen waren die Täter zwei Schwarze. Alfred Bello und der weitere Zeuge Arthur D. Bradley hatten zwei dunkelhäutige Täter sehen können.

Alfred Bello war als Kleinkrimineller bekannt, dieser sich während der Morde in der Nähe der Bar befand um in ein Gebäude einzubrechen. Auch ein Nachbar, Ronald Ruggiero, hatte Schüsse gehört. Man hörte zudem quietschende Reifen und sah ein weißes Auto mit zwei Afroamerikanern davon fahren.

Am Tatort wurden nicht mal Fingerabdrücke sichergestellt. Für die Polizei waren die Täter Rubin Carter und John Artis. Beide wurden etwa eine halbe Stunde nach den Morden von der Polizei gestoppt. Rubin Carter wurde für schuldig befunden und zu dreimal lebenslanger Haft verurteilt. Dieses Urteil wurde aufgrund fragwürdiger Zeugenaussagen gefällt. Hinzu kam das in der Jury kein einziger Farbiger vertreten und ein Urteil das von Rassismus geprägt war.

Es vergehen sieben Jahre, als die Zeugen ihre Aussagen widerrufen. Diese Zeugen hatten damals nur aufgrund des Drucks der Polizei ihre Aussagen gemacht. 11 weitere Jahre vergehen die Rubin Carter in Haft verbringen muss. Nach 19 Jahren unschuldig im Gefängnis kommt er 1985 endlich frei. Es ist einer der größten Justizskandale in der amerikanischen Rechtssprechung.

Rubin Carter zog nach Toronto und wurde kanadischer Staatsbürger. Während seiner Haft las und studierte er unzählige Bücher und schrieb seine Autobiografie. Den Kontakt zu anderen Häftlingen hatte er vermieden. Bereits 1980 las der Teenager Lesra Martin seine Biografie und wurde so auf diesen Fall aufmerksam. Der 17-Jährige aus Brooklyn lebte bei einer Gruppe von Kanadiern, die ihn bei sich aufgenommen hatten.

Gemeinsam setzten sie sich für seine Freilassung ein. Lesra Martin schrieb einen Brief und man besuchte Rubin Carter im Gefängnis. Zu den Kanadiern gehörten Sam Chaiton, Terry Swinton und Lisa Peters, diese später die zweite Ehefrau von Rubin Carter wurde. Das Paar trennte sich jedoch. Rubin Carter verstarb am 20. April 2014 an Krebs, im Alter von 76 Jahren, in Toronto.