True Story

Merry Christmas, Mr. Lawrence – britisch-japanisches Kriegsdrama aus dem Jahr 1983.

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Der Film basiert auf der Geschichte von Sir Laurens van der Post, der während des Zweiten Weltkriegs in japanische Kriegsgefangenschaft geraten war. Seine Geschichte verarbeitete er in seinen Büchern „The Seed and the Sower“ aus dem Jahr 1963, dieses als Vorlage für den Film diente und seinem Werk „The Night of the New Moon“ aus dem Jahr 1970.

Laurens van der Post wurde am 13. Dezember 1906 in Philippolis, Orange River Colony, einer britischen Kolonie, dem heutigen Südafrika, geboren. Sein Vater Christiaan van der Post war aus Holland, der Stadt Leiden, nach Südafrika ausgewandert und heiratete 1889 Johanna Lubbe. Das Paar bekam insgesamt 13 Kinder. Ihr Sohn Laurens wurde als fünftes Kind geboren. Sein Vater war als Rechtsanwalt und Politiker tätig und er kämpfte im Zweiten Burenkrieg gegen die Briten.

Laurens van der Post lebte als Kind auf einer Farm und nutzte die umfangreiche Bibliothek seines Vaters. Mit 21 ging er nach England, wo er von den englischen Verlegern Virginia und Leonard Wolf in den Bloomsbury-Zirkel eingeführt wurde.  Dies war eine Gruppe von Künstlern, Intellektuellen und Wissenschaftlern. Er verfasste mehrere Artikel in denen er seine Ansichten der südafrikanischen Rassenpolitik darstellte.

Während des Zweiten Weltkriegs dient er in der britischen Armee und übte teils gefährliche Missionen aus. In Indonesien wird Laurens van der Post von der japanischen Armee aufgespürt und geriet in Kriegsgefangenschaft. Vier Jahre verbringt er in Gefangenschaft, in den Lagern Sukabumi und Bandung. Er war allen bekannt, da er die Gefangenen unterstützte wie und  wo es ihm möglich war und versuchte die Moral aufrecht zu erhalten. Er organisierte so auch eine kleine Schule, bot Kurse und legte einen Garten an um nebenbei etwas Nahrung zu gewinnen.

Laurens van der Post sagte; „Ich sprach Japanisch, was mir einmal bei einem Überfall das Leben rettete. Das war im äußersten Westen von Java, wo ich meinen eigenen kleinen Guerillakrieg gegen die Japaner führte. Plötzlich kamen im Dschungel von allen Seiten Japaner auf mich zu. Sie schrien „Banzai“ und richteten ihre Bajonette auf mich. Da fiel mir mein Japanisch wieder ein, das ich 1926 in Japan gelernt hatte. Das hatte zu dem Zeitpunkt also sehr lange zurückgelegen. Doch mir fiel alles wieder ein und ich hob meine Hand. Wissen Sie, in Japan gibt es etwa zehn verschiedene Höflichkeitsformen. Plötzlich begegnete man mir äußerst höflich, und ich rief auf Japanisch; Könnten Sie bitte so freundlich sein und uns einen Moment Zeit geben? Das schlug stärker ein als eine Bombe. Ich sehe immer noch die entgleisten Gesichter vor mir. Dann schob dieser kleine Offizier die Männer beiseite, setzte mir sein Schwert an den Bauch und fragte; War das eben Japanisch? Wo haben Sie das gelernt?  Ich sagte; In Japan. Das hat mir das Leben gerettet.“

Nach Ende des Krieges kehrt er nach Südafrika zurück. Nachdem es dort zur Apartheid gekommen war, ging er nach London. Sir Laurens van der Post verstarb am 16. Dezember 1996. Er war Autor, Bauer, Kriegsheld, Pädagoge, Journalist, Humanist, Philosoph, Forscher und Naturschützer. Zudem politischer Berater des britischen Regierungschefs, ein enger Freund von Prinz Charles und Pate von Prinz William.