True Story

Mai ’43 – Die Zerstörung der Talsperren (The Dam Busters) – britisches Kriegsdrama aus dem Jahr 1955.

the-dam-busters

Der auf wahren Begebenheiten beruhende Film thematisiert die Operation Chastise, bei der am 17. Mai 1943 die Staumauern von sechs Talsperren in Deutschland zerstört wurden. Als Vorlage dienten zudem die Bücher „The Dam Busters“ von Paul Brickhill und „Enemy Coast Ahead“ des Kommandeurs Guy Gibson.

Guy Gibson (1918-1944) war Oberstleutnant und Kommandeur der No. 617 Squadron, den Dam Busters der Royal Air Force. Diese Einheit wurde während des Zweiten Weltkriegs gegründet. Ziel war es, die Staumauern in Deutschland zu zerstören. Bereits 1937 gab es bei der Royal Air Force Planungen, im Falle eines Krieges, die Talsperren auf deutschem Boden zu zerstören. Die Operation wurde Wirklichkeit und war Teil der ersten Luftangriffe auf das Ruhrgebiet.

23 Flugzeuge des Typs Avro Lancaster, einem britischen Bomber, wurden speziell für diese Mission umgebaut. Hier wurden Aufhängungen für die speziell entwickelten Rollbomben montiert. Diese Rollbombe oder auch Rotationsbombe wurde auf die Wasseroberfläche, kurz vor der Staumauer, abgeworfen und sprang förmlich über die Wasseroberfläche bis vor die Mauer und explodierte. Dieser Bombentyp wurde von dem Ingenieur Sir Barnes Neville Wallis (1887-1979) entwickelt.

Die Mauern von Eder- und Möhnetalsperre wurden durch solch einen Angriff stark beschädigt. Durch die Flutwellen kamen mehrere Menschen ums Leben. Schätzungsweise ertranken dabei 1.600 Zivilisten, davon 600 Deutsche und 1.000 vorwiegend sowjetische Zwangsarbeiter, dies allein durch die Zerstörung der Möhnetalsperre. Ein Ereignis das auch als Möhnekatastrophe bekannt ist. Die Deutschen nutzten die Staudämme als Wasserkraftwerk um Energie für die Stahlherstellung zu gewinnen. Außerdem war dadurch die Trinkwasserversorgung gesichert.

Der militärische Nutzen dieser Operation Chastise war innerhalb des britischen Militärs umstritten. 53 britische Soldaten der insgesamt 133 Beteiligten verloren dabei ihr Leben. Die Bomben wurden aus 18 Metern Höhe abgeworfen. Eine besonders niedrige Flughöhe was den Piloten besonderes Geschick abverlangte, schließlich flog man mit einer Geschwindigkeit 390 km/h. Die britischen Soldaten wurden für ihren Einsatz geehrt.

Die Kriegsindustrie der Deutschen, speziell im Ruhrgebiet,  sollte dadurch erheblich geschwächt werden. Die Deutschen hatten die Gefahr für solch einen Angriff unterschätzt. Verteidigungs- und Vorsorgemaßnahmen wurden nur unzureichend getroffen. Durch die Zerstörung der Möhnetalsperre rauschte eine 12 Meter hohe Flutwelle durch das Möhnetal. Die Zerstörungen im Ortsteil Neheim waren besonders groß. Hier befand sich auch das Zwangsarbeiterlager Möhnewiesen. Neheim war Zentrum der Metallindustrie wo Rüstungsgüter produziert wurden.