True Story

Der Fall Sylvester Matuska (Viadukt) – ungarisches Drama aus dem Jahr 1983.

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Gezeigt wird die Geschichte des ungarischen Massenmörders und Eisenbahnattentäter Sylvester Matuska, der für den Tod von 24 Menschen verantwortlich ist.

Sylvester Matuska wurde am 29. Januar 1892 geboren und wuchs in einer römisch-katholischen Familie auf, diese in Csantavér im damaligen Österreich-Ungarn lebte. Während des Ersten Weltkriegs diente er als Offizier. Nach Ende des Krieges arbeitete er als Lehrer in seiner Heimatstadt. Später versuchte sich Matuska als Gewürzhändler, Immobilienspekulant und als Großhändler für Lebensmittel. Er ist immer wieder gescheitert. Keines seiner Unternehmen war erfolgreich. 1930 musste er einen Offenbarungseid leisten.

Ab Ende 1930 versuchte Matuska Züge zum Entgleisen zu bringen. In Anzbach, westlich von Wien, verübte Matuska am 31. Dezember 1930 einen folgenlosen Anschlag auf die Eisenbahn. Einen Monat später kam es zu einem weiteren Anschlag bei Anzbach, wo die Lokomotive des Nachtschnellzuges entgleiste. Hierbei entstand nur ein geringer Schaden. Im April 1931 fuhr Matuska nach Berlin und versuchte bei Jüterbog mit einem Schweißbrenner die Schienen zu zersstören. Dies misslang jedoch. Für sein Vorhaben die Gleise zu zerstören erwarb er legal Sprengstoff und reiste erneut nach Jüterbog.

In den späten Abendstunden des 8. August 1931 war der Schnellzug D43 von der Reichshauptstadt Berlin in das schweizerische Basel unterwegs. In der Nähe der brandenburgischen Stadt Jüterbog riss eine Explosion, durch Sprengstoff ausgelöst, ein fast dreieinhalb Meter langes Stück Gleis aus der stark befahrenen Eisenbahnstrecke. Der Zug entgleiste, die Lokomotive sowie acht Wagen kippten die Böschung hinunter. Wie durch ein Wunder gab es keine Toten zu beklagen, aber mehr als hundert Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Trotz aufwendiger Ermittlungen und einer für damalige Verhältnisse sensationell hohen Belohnung von 100.000 Reichsmark für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung und Verurteilung des Täters führten, kamen die Behörden keinen Schritt voran. Erst ein weiterer Anschlag brachte den entscheidenden Hinweis. Es wurde sehr schnell klar, dass der Anschlag bei Jüterbog nicht der erste Versuch des Täters gewesen war. Man war sich ziemlich sicher das es sich um ein und denselben Täter handeln musste.

Am 13. September 1931 explodierte auf der etwa 25 Meter hohen Eisenbahnbrücke bei Biatorbágy nahe Budapest genau in dem Augenblick eine Sprengladung, als der Schnellzug von Budapest nach Wien die Brücke mit hoher Geschwindigkeit passierte. Die Lokomotive und einige der Wagen stürzten in die Tiefe. 24 Menschen starben und es gab viele Verletzte. Die Überlebenden wurden befragt und der ungarischen Polizei fiel ein etwa 40 Jahre alter Mann auf, der sich als Wichtigtuer darstellte und bereitwillig Auskunft gab.

Dieser gab sich als Fahrgast des Zuges aus, hatte eine Verletzung an der Stirn, die er sich jedoch selbst zugefügt hatte. Da die Polizei dennoch nichts beweisen konnte, fuhr Matuska zu seiner Frau und seinem Kind nach Wien. Nach weiteren Ermittlungen wurde er am 6. Oktober 1931 in Wien verhaftet. Anfangs leugnete er die Taten, aber kurze Zeit darauf war er geständig. 1932 wurde Matuska wegen der beiden Anschläge in Österreich zu sechs Jahren Haft verurteilt. 1936 wurde er nach Ungarn ausgeliefert und zum Tode verurteilt, was jedoch in lebenslängliche Haft umgewandelt wurde.

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs verliert sich seine Spur. Seriöse Hinweise gibt es nicht. Man will ihn im Koreakrieg an der Seite der Kommunisten gesehen haben. Das Todesjahr wird mit 1944/45 angegeben. Auch seine Motive sind unklar, waren es politische Gründe, war er geisteskrank oder gaben ihm die Anschläge sexuelle Befriedigung, all dies bleibt im Dunkeln.