True Story

Der große Eisenbahnraub (The First Great Train Robbery) – britisches Drama aus dem Jahr 1979.

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Der Regisseur Michael Crichton schrieb das Drehbuch nach seinem eigenen Roman „Der große Eisenbahnraub“ aus dem Jahr 1975. Erzählt wird die Geschichte des Eisenbahnraubes von 1855.

Die Räuber erbeuteten aus einem fahrenden Zug etwa 90 Kilogramm Gold. In der Nacht des 15. Mai 1855 wurde der Zug mit Gold und Münzen beladen. Die Fahrt ging von der London Bridge Station mit der South Eastern Railway in Richtung Paris, als die Räuber in Folkestone, einer Hafenstadt im Süden Englands, dieses Gold raubten. Man erbeutete 91 Kilogramm Gold, mit einem Wert von 12.000 Pfund. Das Gold befand sich in drei Kisten, die versiegelt und ausreichend gesichert waren und im Tresor aufbewahrt wurden.

Das Gold sollte von England nach Paris transportiert werden. Als man die Kisten in Boulogne-sur-Mer aus dem Tresor nahm und diese gewogen wurden, stellte man fest, dass eine dieser Kisten schwerer war als angegeben, während die beiden anderen Kisten etwas weniger Gewicht anzeigten. Trotz dieser Abweichungen schöpfte niemand Verdacht und die Kisten wurden weiter nach Paris transportiert. In Paris angekommen wurden die Kisten erneut gewogen. Man öffnete die Kisten und bemerkte das Goldbarren fehlten und diese durch Blei ersetzt wurden.

Schnell wurde klar das der Raub nicht zwischen Paris und Boulogne-sur-Mer stattgefunden hatte. An den Haltestellen konnte man den Raub ebenfalls ausschließen. So blieb nur die Theorie das der Raub während der Fahrt geschehen sein muss. Die Polizei in Großbritannien und Frankreich leiteten umfangreiche Untersuchungen ein. Hunderte von Verdächtigen wurden befragt. Bislang gab es keine heiße Spur. Als Hauptverdächtige galten Angestellte der Eisenbahn in Folkestone. Die Bahngesellschaft bot eine beträchtliche Belohnung für die Ergreifung der Täter. Ein eigens engagierter Ermittler sollte diesen Fall klären, bekam jedoch nur falsche Angaben. Die offizielle britische Theorie war, das der Raub in England geschehen sein müsste, während man in Frankreich davon ausging das dieser in Boulogne-sur-Mer passiert sei.

Im August 1855 wurde der professionelle Verbrecher Edward Agar wegen eines gefälschten Schecks verhaftet. Dieser stammte nicht von ihm sondern von einem Konkurrenten. Edward Agar wurde verurteilt und in die Strafkolonie nach Australien gebracht. Später wurde er in das Gefängnis Pentonville nach London überstellt. Er schrieb einen Brief an Fanny Kay, der Mutter seines unehelichen Kindes, in dem er ihr mitteilte, dass William Pierce, ein ehemaliger Eisenbahnangestellter, ihr doch Geld gegeben habe.

Edward Agar vertraute sich den Ermittlern an und plauderte. Agar und Pierce kannten sich und schmiedeten Pläne das Gold zu stehlen. Sie wussten das dieses Gold von London nach Paris transportiert wurde. William Pierce der für die Bahn arbeitete, wies seinen Kollegen James Burgess in diesen Plan ein. Man fuhr nach Folkestone um die Abläufe zu beobachten und den perfekten Plan zu schmieden. Pierce rekrutierte zudem William George Tester, dem es gelang einen Wachsabdruck des Schlüssels zu machen. Somit konnten passende Schlüssel angefertigt und auch ausprobiert werden.

Die Männer bestiegen den Zug und es gelang tatsächlich das Gold während der Fahrt in Folkestone zu rauben. Das fehlende Gold wurde durch Blei ersetzt, selbst die Metallbänder diese um den Kisten waren, wurden ordnungsgemäß befestigt und alles wieder versiegelt. Die Freude über das Gold währte nicht lange, William Pierce, Jeremy Forsyth und James Burgess konnten gefasst und im November 1856 in London angeklagt werden. William Tester stellte man kurze Zeit darauf. Alle Beteiligten wurden verurteilt. Edward Agar und Fanny Kay traten als Hauptzeugen auf.