True Story

Nebel im August – deutsches Drama aus dem Jahr 2016.

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Das Drama orientiert sich an dem Roman „Nebel im August. Die Lebensgeschichte von Ernst Lossa“ des Autors Robert Domes. Erzählt wird die Geschichte des Jungen Ernst Lossa (1929-1944), der durch das nationalsozialistische Programm – Aktion Brandt – ermordet wurde.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Menschen die als geistig behindert galten ermordet. Eine Gesundheitspolitik der Nazis, der Nationalsozialistischen Rassenhygiene, einer organisierten Tötung von geistig und körperlich behinderten Kindern und Jugendlichen. Die sogenannte Kinder-Euthanasie, der junge Menschen bis zum 16. Lebensjahr zum Opfer fielen. Darunter auch Kinder und Jugendliche mit einem auffälligen Verhalten.

Ernst Lossa wurde am 1. November 1929 in Augsburg geboren. Als er vier Jahre alt ist stirbt seine Mutter Anna Lossa. Das Kind wird aus der Familie gerissen und kommt in ein Waisenhaus. Er gilt als schwer erziehbar. Die Familie geriet als fahrende Händler, Zigeuner, in das Visier der Nazis. 1939 wurden sein Vater und Verwandte in das KZ Dachau gebracht.

In dem Waisenhaus verbringt Ernst Lossa fast 6 Jahre. Mit 10 Jahren kommt er in ein Heim das von den Nationalsozialisten geführt wurde. Er gilt als ein kleiner Rüpel der sich nicht unterordnen möchte, wie man es von ihm verlangt, er lügt und stiehlt. Für eine Gutachterin Grund genug um ihn als psychisch kranken Jungen abzustempeln. 1940 kommt Ernst Lossa in das Erziehungsheim Indersdorf bei Dachau. Hier heißt es in einem Gutachten er sei ein triebhafter Psychopath.

1942 weist man ihn in die Pflegeanstalt Kaufbeuren ein, in der das Euthanasie-Programm der Nazis praktiziert wurde. Bekannt unter „Aktion T4“, bei der mehr als 70.000 Menschen ermordet wurden. Ärzte und Personal wurden angewiesen die angeblich unheilbaren Kranken den Gnadentod zu gewähren.

Ernst Lossa war weder behindert noch geisteskrank. Dennoch hatte man ihn in die Irrenanstalt Irsee eingewiesen. Er galt als hilfsbereit und liebenswürdig. Im August 1944, im Alter von 14 Jahren, wurde ihm ein Gift mittels Spritze injiziert. Er war einer von 200.000, die für die Nazis als krank oder behindert galten und ermordet wurden. Allein in Kaufbeuren und der Nebenanstalt Irsee starben 2400 Menschen. Im Archiv der Anstalt fanden sich mehrere Akten, darunter auch die von Ernst Lossa. Darin wurde vermerkt, er habe immer versucht anderen Patienten zu helfen. Er wusste ganz genau was hier geschieht und welche Verbrechen verübt wurden. Frühere Krankenpfleger wurden als Zeugen vernommen. Mitwisser und Täter wurden verurteilt.

Die Nazis propagierten das ein Erkrankter täglich 5,50 Reichsmark koste. Für das Geld könnte auch eine gesunde Familie einen Tag leben. Der Direktor der Anstalt Kaufbeuren, Valentin Faltlhauser, ordnete an, Gemüse oder Gemüsereste so lange zu kochen, bis diese keine Nährstoffe mehr enthielten. Patienten verhungerten beim Essen oder wurden dadurch für Krankheiten anfälliger.