True Story

IL Divo – Der Göttliche (Il divo – La spettacolare vita di Giulio Andreotti) – italienisch-französisches Drama, Biografie aus dem Jahr 2008.

Il Divo Der Göttliche

IL Divo – Der Göttliche ist eine Filmbiografie über den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Giulio Andreotti (1919-2003). Ein Politiker und Staatsmann, Vertreter der Partei Democrazia Cristiana. Er war sieben Mal italienischer Ministerpräsident und hatte verschiedene Ministerposten an insgesamt 33 Regierungen, diese von 1945 bis 1999.

1992 wurde er vom italienischen Staatspräsidenten Francesco Cossiga zum Senator auf Lebenszeit ernannt. Giulio Andreotti zitierte einen früheren französischen Staatsmann, der sagte; „Die Macht reibt nur den auf, der sie nicht hat.“ Seine Anhänger feierten ihn als „Göttlichen Julius.“ Er habe Italien vor den Kommunisten gerettet. Seine Gegner warfen ihm Korruption, Verbindungen zur Mafia und Vetternwirtschaft vor.

65 Jahre saß Giulio Andreotti im Parlament. Es kam zu zahlreichen Prozessen, da man ihm  Verbindungen zur Mafia vorgeworfen hatte. Oft wechselte er seine Positionen, für ihn ein Spiel der Macht, das er perfekt beherrschte.  Er galt als schillernster Politiker nach dem Zweiten Weltkrieg. 1954 wird er Innenminister, von 1955 bis 1958 war er Finanzminister, 1958 bis 1959 Schatzminister. Das Amt des Verteidigungsministers hat er von 1959 bis 1966 inne. 1966 bis 1969 wurde Giulio Andreotti zum Industrieminister ernannt. Erstmals Ministerpräsident wird er im Jahr 1972. Bis 1992 ist er insgesamt sieben Mal Ministerpräsident. Von 1983 bis 1989 war er zudem noch Außenminister.

Es kam zu Verurteilungen da er nahezu in jeden Skandal verwickelt war. Was folgte war immer ein Freispruch. Am 17. November 2002 kam es zu einer Verurteilung zu 24 Jahren Haft. Tatvorwurf war, er habe die Ermordung des Journalisten Carmine Pecorelli in Auftrag gegeben. Außerdem wurde der Mafia-Boss Gaetano Badalamenti für diesen Mord ebenfalls zu 24 Jahren Haft verurteilt. Carmine Pecorelli wurde am 20. März 1979 in Rom durch vier Schüsse getötet. Das Urteil wurde jedoch am 2. Mai 2003 in einer Berufungsverhandlung aufgehoben.

Es wird behauptet Giulio Andreotti habe als führender Politiker Verbindungen zur Mafia gehabt. So soll es 1980 zu einem Treffen mit dem Mafiaboss Stefano Bontade gekommen sein. 1987 habe ein Treffen mit dem damals mächtigsten Mafioso Salvatore Riina stattgefunden. Salvatore Riina war flüchtig da er für mehrere Morde verantwortlich sein soll. 1993 konnte er verhaftet werden.

Für das Treffen zwischen Andreotti und Riina gibt es allerdings keine Beweise. Die Aussagen eines Kronzeugen seien widersprüchlich. Ein Gericht bescheinigte ihm zwar Kontakte zur Mafia, doch diese Vorwürfe waren bereits verjährt. Giulio Andreotti hatte zudem auch gute Kontakte zum Vatikan. Er selbst war ein tiefgläubiger Mensch, der jeden Morgen um sechs Uhr die Kirche besuchte.