True Story

Auf den ersten Blick (At First Sight) – amerikanisches Drama aus dem Jahr 1999.

Auf den ersten Blick

Der Film basiert auf dem Essay „To See and Not See“ und dem Buch „An Anthropologist on Mars“ des Neurologen Oliver Sacks. In dem 1995 erschienenen Buch beschreibt der Neurologe sieben medizinische Fallgeschichten.

To See and Not See beschreibt die wahre Geschichte von Shirl Jennings, einem Mann der seit früher Kindheit erblindet ist. Nach einer Operation hatte er seine Sehstärke fast wieder erreicht. Ein äußerst seltener Fall, bei dem Shirl Jennings das Augenlicht wieder erlangt hatte. Für ihn selbst, nach jahrelanger Blindheit, sehr beunruhigend. Shirl Jennings (1940-2003) war einer der wenigen weltweit, der sein Augenlicht nach lebenslanger Blindheit wieder erlangte.

Er wurde 1940 in Bedford County, Virginia, geboren. Im Alter von drei Jahren wurde er gleich von drei Krankheiten heimgesucht, Meningitis, Polio und der Katzenkratzkrankheit. Meningitis oder auch Hirnhautentzündung, ist eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, die durch Viren oder Bakterien verursacht werden kann. Polio, die Poliomyelitis, ist eine vom Poliovirus hervorgerufene Infektionskrankheit. Die Katzenkratzkrankheit ist eine Krankheit des Menschen, die durch Kratzverletzungen von Katzen übertragen wird.

Durch diese Krankheiten fiel Shirl Jennings in ein Koma, aus dem er nach zwei Wochen erwachte. Beide Beine waren gelähmt und er war fast erblindet. Im Alter von sieben Jahren wurde bei ihm eine Retinopathia pigmentora diagnostiziert. Eine entstehende Netzhautdegeneration, bei der die Photorezeptoren zerstört werden. Diese ist eine fortschreitende und unheilbare Erkrankung der Netzhaut, bei der man erblindet.

Im Alter von zehn Jahren konnte er nur noch hell und dunkel unterscheiden. Er besuchte die Virginia School for the Deaf and the Blind, eine Einrichtung für gehörlose und blinde Kinder.

Seine damalige Freundin Barbara drängte ihn 1991 er solle den Augenarzt Dr. Trevor Woodhams aufsuchen. Dieser schlug eine Operation vor, eine sogenannte Kataraktoperation, bei der die getrübte Linse durch ein künstliches Linsenimplantat ersetzt wird. Ihm war es dadurch gelungen sein Augenlicht wiederherzustellen. Shirl Jennings fiel es schwer dies alles zu verarbeiten, doch er konnte sehen und war überwältigt. Er musste nur lernen Objekte zu identifizieren. 1991 hatten er und Barbara geheiratet.

1992 wurde Shirl Jennings von einer Lungenentzündung heimgesucht, was zu einem Versagen der Atmung führte und sein Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wurde. Nachdem er sich erholt hatte, kam es wieder zu Beeinträchtigungen seiner Sehkraft. 1996 widmete er sich der Malerei. 2002 wurden einige seiner Werke ausgestellt.

Die Familie kontaktierte daraufhin den Neurologen Dr. Oliver Sacks, der bereits für sein Buch „Awakenings“ bekannt war. Diese außergewöhnliche Geschichte erschien 1995 in der Zeitung The New Yorker, ein Artikel von Dr. Oliver Sacks – „To See and Not See“. Shirl Jennings verstarb am 26. Oktober 2003 im Alter von 63 Jahren an einer chronischen Lungenerkrankung.