True Story

Im Namen meiner Tochter – Der Fall Kalinka (Au nom de ma fille) – französisch-deutsches Drama aus dem Jahr 2016.

Der Fall Kalinka

Gezeigt wird die  wahre Geschichte von Kalinka Bamberski und deren Tötung. Einem Kriminalfall der für großes Aufsehen sorgte. Die deutsche Justiz war blind und hat hier völlig versagt.

Kalinka Bamberski wurde am 5. August 1967 in Casablanca, Marokko, geboren. Sie besaß die französische Staatsbürgerschaft, da ihr Vater André Bamberski in Frankreich geboren wurde. In den frühen 1970er Jahren arbeitete  André Bamberski als Buchhalter. Mit seiner Frau Danielle Gonnin und ihren beiden Kindern lebten sie in Casablanca. Hier trafen sie auf das deutschstämmige Ehepaar Dieter Krombach und seiner Frau. Dieser war Arzt und arbeitete beim Deutschen Konsulat. Dieter Krombach und Danielle Gonnin begannen eine Affäre und verließen daraufhin ihre Partner. Beide heirateten 1977 und gingen mit den beiden Kindern nach Lindau in Deutschland.

Kalinka war mittlerweile 14 Jahre alt, ein gesundes und sportliches Mädchen. 1982 besuchte sie ein Internat. Die Sommerferien verbrachte sie in Lindau, im Haus ihrer Mutter und ihres Stiefvaters. Am 10. Juli 1982 wurde sie in diesem Haus tot aufgefunden. Dieter Krombach gab an, er habe sie morgens tot in ihrem Bett entdeckt. Er habe versucht sie wiederzubeleben, jedoch ohne Erfolg, woraufhin er den Notdienst verständigte. Bei seinen Wiederbelebungsversuchen gab er ihr verschiedene Medikamente, die Gabe eines Psychostimulans, Glykosids und Antiarrhythmikums. Dies wurde später von Gerichtsmedizinern als grotesk kommentiert.

Zwei Tage darauf folgte eine Autopsie der Leiche. Die Todesursache ließ sich nicht feststellen. In dem Obduktionsbericht wurde der Todeszeitpunkt zwischen drei und vier Uhr nachts angegeben. Am Abend vor ihrem Tod hatte er ihr eine Kobalt-Ferrlecit-Injektion gegeben. Dies dient eigentlich zur Therapie einer Anämie, bei der weniger Sauerstoff im Blut transportiert wird. André Bamberski glaubt, er gab ihr diese Spritze um sie handlungsunfähig zu machen und sie so sexuell missbrauchen zu können. Er wusste seine Tochter ist kerngesund. Dieser Verdacht sollte sich später bestätigen, Dieter Krombach hatte dem Mädchen eine Injektion gegeben um sie zu vergewaltigen.

Im Autopsiebericht ist zudem vermerkt das man eine 1 cm lange Wunde im Intimbereich festgestellt hat. Man hat jedoch versäumt ihren Genitalbereich auf Spermaspuren zu untersuchen. Warum diese Untersuchung nicht gemacht wurde, konnte man nie vollständig klären. Diese Injektion hingegen habe zu einem Kreislaufversagen geführt, bis hin zur Bewusstlosigkeit, dem Erbrechen und schließlich zum Tod des Mädchens.

1983 verteilt André Bamberski Flugblätter in Lindau. Er ist fest davon überzeugt und beschuldigt Dieter Krombach der Vergewaltigung und der Ermordung seiner Tochter. Dieser hingegen klagte wegen Verleumdung und André Bamberski solle 500.000 DM zahlen, dies er verweigerte. André Bamberski nimmt sich den bekannten deutschen Anwalt Rolf Bossi. Eine Auslieferung von Dieter Krombach nach Frankreich, um ihn dort anzuklagen, wurde mehrfach von den deutschen Behörden abgelehnt. Der Fall wurde sogar eingestellt.

Kalinka war bereits in Frankreich bestattet worden, als es zu einer zweiten Obduktion der Leiche kam. Diese ergab das die Genitalien fehlten. André Bamberski ließ daraufhin Dieter Krombach nach Frankreich entführen. Am 22. Oktober 2011 wurde er in Frankreich zu 15 Jahren Haft verurteilt. Die Anklage lautete Körperverletzung mit Todesfolge. Dieter Krombach hatte zudem weitere Straftaten begangen, bei dem er eine 16-Jährige unter Narkose stellte und sie vergewaltigte. Aber auch  André Bamberski musste sich vor Gericht verantworten. Er gestand die Entführung veranlasst zu haben. 2014 wurde er zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.