True Story

Soweit die Kräfte reichen (Ni Liv) – norwegisches Kriegsdrama, Biografie aus dem Jahr 1957.

Soweit die Kräfte reichen

Soweit die Kräfte reichen beruht auf dem Buch „We Die Alone – AWW II Epic of Escape and Endurance“ oder auch „Ni liv, historien om Jan Baalsrud“ des Autors David Howarth aus dem Jahr 1955.

Erzählt wird die wahre Geschichte des norwegischen Widerstandskämpfers Jan Baalsrud (1917-1988). Der norwegische Titel Ni Liv, übersetzt Neun Leben, verweist auf die neun Leben die man Jan Baalsrud zuschreibt. Der Film beschreibt seine dramatische Flucht vor den Deutschen nach Schweden während des Zweiten Weltkriegs nach einer gescheiterten Mission im Frühjahr 1943 in Troms, Norwegen.

Jan Baalsrud wurde am 13. Dezember 1917 in Kristiania, dem heutigen Oslo, geboren. In den frühen 1930er Jahren zog er nach Kolbotn, wo er bis in die 1950er Jahre lebte. 1939 macht er eine Lehre zum Instrumentenbauer. Während der deutschen Invasion in Norwegen im Jahr 1940 kämpft er in Vestfold gegen die Nationalsozialisten. Ihm gelang es nach Schweden zu fliehen. Hier hielt man ihn für einen Spion und er wurde des Landes verwiesen.

1941 kam er in Großbritannien an, nachdem er durch die Sowjetunion, Afrika und die Vereinigten Staaten gereist war. Jan Baalsrud hatte sich der Kompanie Linge, die von dem norwegischen Kommandeur Martin Linge geführt wurde, angeschlossen. Mitglieder dieser Einheit wurden im Vereinigten Königreich ausgebildet. Anfang 1943 führte Jan Baalsrud mit weiteren Männern verschiedene Missionen aus. Aufgabe war es, Gruppen für die Sabotage entlang der Küste zu organisieren. Ein Stützpunkt der Deutschen sollte dabei zerstört werden. Ihr Boot wurde von einer deutschen Patrouille überrascht. Einer der Männer wurde getötet, ein weiterer verwundet, der auf dem Weg nach Tromso starb. Jan Baalsrud sprang vom Boot in das eisige Wasser.

Acht weitere Männer wurden von den Deutschen nach Tromso gebracht, wo sie verhört und gefoltert wurden. Am 2. April 1943 wurden diese Männer exekutiert. Jan Baalsrud war der einzige der entkommen konnte. Seine Uniform erstarrte vor Kälte. Er versteckte sich in einer Schlucht wo er mit seiner Pistole den führenden Gestapo-Offizier tötete. Er selbst war verwundet und nur mit einem Schuh. Er musste fliehen und überleben konnte er nur da man ihm auf seiner Flucht half. Man gab ihm Nahrung und brachte ihn Stück für Stück in Richtung Freiheit.

Er erlitt schwerste Erfrierungen und war teilweise gelähmt. Hinzu kam die Schneeblindheit. Seine körperliche Verfassung zwang ihn sich anderen anzuvertrauen. Nach mehr als zwei Monaten auf der Flucht konnte er in Schweden untertauchen. Sieben Monate verbrachte Jan Baalsrud in einem schwedischen Krankenhaus.  Er hat lange gekämpft um wieder vernünftig gehen zu können.

Es ist eine der wildesten Überlebensgeschichten des Zweiten Weltkriegs. Eine Lawine hatte ihn bis zum Hals begraben. Drei Tage irrte er in einem Schneesturm. In einer Höhle amputiert er neun seiner Zehen mit seinem Messer. Er war halbtot als ihn Dorfbewohner über die schneebedeckten Berge schleppten.

Bis zum Ende des Krieges wurde er als Agent eingesetzt. Nach Kriegsende konnte er nach fünf Jahren wieder bei seiner Familie sein. Von 1957 bis 1964 war er Vorsitzender des Vereins behinderter Veteranen. Jan Baalsrud starb am 25. Juli 1988 im Alter von 71 Jahren. Jedes Jahr findet am 25. Juli in Troms ein Gedächtnismarsch statt, um ihn und seine 200 Kilometer lange Flucht zu ehren und nicht vergessen zu lassen.