True Story

Das Urteil von Nürnberg (Judgment at Nuremberg) – amerikanisches Drama aus dem Jahr 1961.

Das Urteil von Nürnberg

Thematisiert wird der Juristenprozess von 1947 in Nürnberg, gegen eine Reihe von ehemaligen NS-Richtern, die sich für ihre Taten verantworten mussten.

Der deutsche Jurist Oswald Rothaug (1897-1967) war während des NS-Regimes Richter am Volksgerichtshof und wurde im Nürnberger Juristenprozess 1947 für seine aktive Beteiligung der Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt. Er war Mitglied der NSDAP und arbeitete ehrenamtlich im Sicherheitsdienst des Reichsführers SS. Chef des Sicherheitsdienstes war Reinhard Heydrich (1904-1942).

Oswald Rothaug hatte gewisse Aufgaben zu erledigen und war zudem als Spitzel tätig. Als Richter am Volksgerichtshof verhängte er mehrere Todesstrafen. 1942 verurteilte er einen 25-jährigen polnischen Zwangsarbeiter. Er begründete dies mit den Worten; „Die ganze Minderwertigkeit des Angeklagten auf charakterlichen Gebiet ist offensichtlich in seiner Zugehörigkeit zum polnischen Untermenschentum begründet.“ Ein weiteres Todesurteil verhängte er gegen den 68-jährigen Juden Leo Katzenberger.

Für seine Todesurteile musste er sich nun selbst 1947 im Nürnberger Juristenprozess verantworten. Man verurteilte ihn zu lebenslanger Haft, setzte die Strafe später auf 20 Jahre herab und wurde bereits 1956 aus dem Kriegsverbrechergefängnis Landsberg entlassen.

Der Nürnberger Juristenprozess im Jahr 1947 war der dritte von insgesamt zwölf Prozessen, den Nachfolgeprozessen, gegen Verantwortliche des Deutschen Reichs. Während dieses Prozesses vom 17. Februar bis 14. Dezember 1947 mussten sich NS-Juristen im Nürnberger Justizpalast vor einem amerikanischen Militärgericht verantworten. Einige der NS-Juristen waren bereits verstorben oder hatten Suizid begangen.

Die vier Hauptanklagepunkte lauteten;

  • Verschwörung zur Begehung von Kriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit
  • Kriegsverbrechen
  • Verbrechen gegen die Menschlichkeit
  • Mitgliedschaft bei verbrecherischen Organisationen.

Die Angeklagten waren;

  • Curt Rothenberger – sieben Jahre Haft, 1950 bereits aus der Haft entlassen
  • Ernst Lautz – 10 Jahre Haft, 1951 begnadigt
  • Franz Schlegelberger – lebenslange Haftstrafe, 1951 begnadigt
  • Günther Joel – 10 Jahre Haft, 1951 begnadigt
  • Günther Nebelung – Freispruch
  • Hans Petersen – Freispruch
  • Herbert Klemm – lebenslange Haftstrafe, auf 20 Jahre herabgesetzt, 1957 entlassen
  • Hermann Cuhorst – Freispruch
  • Karl Engert – wegen Krankheit aus dem Verfahren ausgeschieden
  • Oswald Rothaug – lebenslange Haftstrafe, auf 20 Jahre herabgesetzt, 1956 entlassen
  • Paul Barnickel – Freispruch
  • Rudolf Oeschey – 1955 aus der Haft entlassen
  • Wilhelm von Ammon – 10 Jahre Haft, 1951 begnadigt
  • Wolfgang Mettgenberg – 10 Jahre Zuchthaus, 1950 verstorben
  • Josef Altstötter – 5 Jahre Haft, 1950 entlassen.

Die Urteile reichten von Freispruch bis hin zu lebenslanger Haft, die durch die vier amerikanischen Richter Carrington T. Marshall, James T. Brand, Mallory W. Blair und Justin W. Harding verhängt wurden.