True Story

Die Nackte und der Kardinal (Beatrice Cenci) – italienisches Historiendrama, Biografie aus dem Jahr 1969.

Die Nackte und der Kardinal

Das 90-minütige Historiendrama des Regisseurs Lucio Fulci zeigt die realen Ereignisse von Beatrice Cenci (1577-1599) und ihrem skrupellosen Vater Francesco Cenci.

Ihr 1549 geborene Vater war ein grausamer Patriarch und galt als gewalttätig. Im Alter von 12 Jahren erbte Francesco Cenci das Vermögen seines Vaters, Cristofero Cenci , dieser 1562 verstarb und als Generalschatzmeister der Apostolischen Kammer, der päpstlichen Finanzbehörde, ein enormes Vermögen angehäuft hatte. Zu diesem Vermögen zählten Münzen (Scudi), Landbesitz und mehrere Gebäude (Palazzi).

Im Alter von 14 Jahren heiratet er die gleichaltrige Ersilia Santa Croce. Bereits im Jugendalter ging er seinen sexuellen Lüsten nach. Seine Ehefrau Ersilia Santa Croce gebar ihm in 21 Jahren 12 Kinder. Nur sieben der Kinder hatten überlebt, darunter die drittjüngste Beatrice.

Als Beatrice sieben Jahre alt war starb ihre Mutter. Sie und ihre Schwester Antonina schickte man in ein Kloster. Die Familie lebte in Rom, im Viertel Regola und war zudem im Besitz einer Burg, La Rocca, in der Gemeinde Petrella Salto. Zu dieser Großfamilie zählten die zweite Ehefrau ihres Vaters, Lucrezia Petroni, ihr ältester Bruder Giacomo und ihr Stiefbruder Bernardo. Im Jahr 1592 kehrten Beatrice und Antonina zum Vater zurück.

Ihr Vater hatte seine erste Ehefrau Ersilia Santa Croce und die Kinder missbraucht. Beatrice wurde von ihm mehrere Male vergewaltigt. Für diese Vergehen, in denen er sich wegen Inzest schuldig machte und weiterer Verbrechen, wurde er inhaftiert. Durch sein enormes Vermögen konnte er sich freikaufen. Zu seiner Tochter Beatrice sagte er, sie solle nie heiraten und stattdessen ihm stets zu Diensten sein, um seine sexuellen Lüste zu befriedigen.

Die hübsche Beatrice versuchte vergeblich auf diese Misshandlungen aufmerksam zu machen. Doch nichts geschah, obwohl man in Rom wusste, was ihr Vater für ein Monster war. Die Familie hatte beschlossen, man müsse Francesco loswerden, egal wie, er muss sterben. Beatrice, ihre Stiefmutter Lucrezia und ihre Brüder Giacomo und Bernardo hatten sich entschieden, dass man ihn ermorden lassen wolle.

Ein erster Tötungsversuch scheiterte. Bei einem weiteren Versuch wollte man es wie einen Unfall aussehen lassen. Niemand glaubte das der Tod von Francesco zufällig gewesen sei. Man bemerkte seine Abwesenheit und man begann zu ermitteln. Der Geliebte von Beatrice wurde gefoltert und starb an den Folgen, ohne etwas über das Ableben Francescos preiszugeben.

Dennoch kam die Verschwörung der Familie ans Licht und alle wurden verhaftet. Man befand sie für schuldig und verurteilte sie zum Tode. Das gemeine Volk Roms protestierte gegen diese Entscheidung, da sie die wahren Gründe für diesen Mord kannten. Man erreichte jedoch nur einen kleinen Aufschub der Hinrichtungen.

Papst Clemens VIII. zeigte keine Gnade. Am 11. September 1599 wurde das Urteil vollsteckt. Giacomo wurde noch während der Fahrt zum Ort der Hinrichtung gefoltert. Danach wurde sein Kopf zertrümmert und der Leichnam gevierteilt. Nun folgten die Hinrichtungen von Lucrezia und Beatrice, beide wurden enthauptet. Der 12-jährige Bernardo wurde verschont, musste jedoch alle Hinrichtungen mit ansehen. Man schickte ihn zurück ins Gefängnis, verurteilte ihn zu einer Galeerenstrafe, eine Strafe, bei der die Verurteilten auf entsprechenden Ruderbänken sitzend und daran angekettet die Ruder im Inneren der Schiffe bedienen mussten. Ein Jahr später kam er frei. Sämtliche Besitztümer und das gesamte Vermögen der Familie wurden von der Kirche eingezogen.