True Story

Jeder stirbt für sich allein (Alone in Berlin) – deutsch-französisch-britisches Drama aus dem Jahr 2016.

Jeder stirbt für sich allein (2016)

Als Vorlage für den Film diente der Roman „Jeder stirbt für sich allein“ des deutschen Schriftstellers Hans Fallada aus dem Jahr 1947. Erzählt wird die Geschichte des Ehepaares Otto und Elise Hampel, ihrem Widerstand gegen das NS-Regime. In den Jahren 1940 bis 1942 legte das Paar in Berlin Postkarten und Flugblätter gegen Hitler aus.

Otto Hermann Hampel (1897-1943) war Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Ab 1923 arbeitete er in der Firma Siemens-Schuckert. Von 1928 bis 1933 war er Mitglied des Wehrverbandes „Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten“, einer Organisation in der das Wirken aller Kriegsteilnehmer Anerkennung finden sollte.

1935 heiratet er Elise Lemme (1903-1943), die ebenfalls gegen den Nationalsozialismus kämpfte. Nach dem Besuch der Volksschule arbeitete sie als Haushaltshilfe. Sie war ab 1936 Mitglied der NS-Frauenschaft, einer Frauenorganisation der NSDAP. Ihr Bruder war Soldat in der Wehrmacht und fiel im Frankreichfeldzug. Dies machte das Ehepaar zu Gegnern des NS-Regimes. Ihre Haltung änderte sich radikal.

Das Ehepaar lebte in der Amsterdamer Straße 10 in Berlin Wedding. Beide einfache Arbeiter, begannen damit Postkarten und Flugblätter, die sich gegen Hitler richteten, zu schreiben und zu verteilen, heimlich an verschiedenen Orten abzulegen. Mehr als 200 solcher Postkarten und Flugblätter legten sie auf Treppen und Hausfluren in Berlin ab. Für beide ein enormes Risiko, doch sie nahmen dies in Kauf, denn die Bevölkerung sollte aufgerüttelt werden.

Otto und Elise Hampel waren keine Menschen großer Worte, ganz einfache Leute, die sich still, dennoch eindrucksvoll dem NS-Regime widersetzten. Die Gestapo kam dem Ehepaar auf die Spur. Beide wurden verhaftet und am 8. April 1943 hingerichtet. Man hatte sie verraten. Die 64 Jahre alte Witwe Gertrud Waschke aus Berlin Schöneberg hatte gesehen, wie das Paar eine ihrer Karten in einem Treppenhaus ablegte. Sie meldete dies der Polizei. Fast jeder der eine dieser Karten fand, übergab sie der Polizei.

Die Gestapo begann mit ihren Ermittlungen, diese vom Kriminalsekretär Willy Püschel geleitet wurden. Es dauerte recht lange um das Ehepaar aufzuspüren. So kam man auf Otto und Elise Hampel, die man am 20. Oktober  1942 verhaftet hat und beide bei ihrer ersten Vernehmung ihre Tat gestanden. Sämtliche Gnadengesuche wurden abgelehnt und das Urteil vollstreckt. Gertrud Waschke sagte während der Verhandlung als Zeugin aus. Über die Folgen ihrer Anzeige war sie sich nicht bewusst. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie zu zwei Jahren Haft verurteilt. Die Anklage lautete, Verbrechen gegen die Menschlichkeit.