True Story

Im Wendekreis des Kreuzes (The Scarlet and the Black) – amerikanisch-britisches Drama aus dem Jahr 1983.

Im Wendekreis des Kreuzes

„Im Wendekreis des Kreuzes“ oder auch „Der Priester und der Standartenführer“ beruht auf dem Buch „Scarlet Pimpernel of the Vatican“ von J. P. Gallagher.

Es ist die Zeit des Zweiten Weltkriegs und das von der Wehrmacht besetzten Italien. Gezeigt wird die Geschichte des irischen Priesters Hugh O’Flaherty (1898-1963), der gemeinsam mit Helfern etwa 6500 Juden und aus der Kriegsgefangenschaft geflüchtete Soldaten der Alliierten versteckt hielt.

Hugh O’Flaherty war Priester der römisch-katholischen Kirche und eine bedeutende Persönlichkeit im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Seine Fähigkeit, der Gestapo und dem Reichssicherheitsdienst zu entgehen, brachte ihm den Spitznamen „The Scarlet Pimpernel of the Vatican“ ein.

Hugh O’Flaherty wurde am 28. Februar 1898 in Lisrobin, County Cork, Irland, geboren. Die Eltern James und Margaret zogen später nach Killarney, wo der Vater auf einem Golfplatz arbeitete. Er studierte Theologie in Killarney, ging 1922 nach Rom, um hier sein Studium zu beenden. 1925 wurde er zum Priester geweiht und 1934 zum Monsignore ernannt. In Italien pflegte er Kontakt zu Benito Mussolini und dessen Schwiegersohn und Außenminister Italiens Galeazzo Ciano.

Er besuchte die Kriegsgefangenenlager, erteilte hier seinen Seegen und suchte gleichzeitig nach Vermissten. 1943 kam es zum Sturz des faschistischen Diktators Benito Mussolini. Die inhaftierten alliierten Soldaten wurden zwar freigelassen, jedoch durch den Einmarsch der Wehrmacht erneut inhaftiert. Auch italienische Juden wurden nun verfolgt.

Aus Verzweiflung wandte man sich an den Priester Hugh O’Flaherty, der damit begann, eine geheime Organisation aufzubauen. Die Flüchtlinge wurden in Privathäusern, kirchlichen Einrichtungen und in Klöstern versteckt. Somit hatte er vielen das Leben gerettet.

Der Obersturmbannführer Herbert Kappler (1907-1978), Kommandeur der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS in Rom, hatte bemerkt, dass von dem Priester eine Organisation aufgebaut wurde. Er versuchte mit allen Mitteln Hugh O’Flaherty verhaften und ermorden zu lassen.

Dem Priester war es immer wieder gelungen, heimlich die Vatikanstadt zu verlassen. Er verkleidete sich als Bettler, Postbote, als Offizier der Wehrmacht, oder sogar als Ordensschwester. Ein Mordanschlag auf ihn scheiterte.

Im Juni 1944 wurde Rom durch die Alliierten befreit und Herbert Kappler zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Hugh O’Flaherty besuchte ihn regelmäßig im Gefängnis. Nach Kriegsende wurde der Priester mehrfach geehrt und ausgezeichnet. Man verlieh ihm die Medal of Freedom und er wurde zum Commander of the Order of the British Empire ernannt. Eine lebenslange Pension, die ihm Italien gewähren wollte, hatte er abgelehnt. Nachdem er 1960 einen Schlaganfall erlitten hatte, brachte man ihn zurück nach Irland. Hier verstarb er am 30. Oktober 1963 im Alter von 65 Jahren.