True Story

Gier – deutsches Drama aus dem Jahr 2010.

Gier

Der Zweiteiler „Gier“ oder auch „Gier – Der Fall des Hochstaplers Dieter Glanz“ mit den Teilen „Mit Glanz und Gloria“ und „Das Duell“ ist angelehnt an das Leben des Betrügers Jürgen Harksen.

Jürgen Smith wurde am 30. Dezember 1960 als Jürgen Harksen in Flensburg geboren. Nach seiner Tätigkeit als Gerichtsvollziehergehilfe, zieht es ihn 1986 in die Hansestadt Hamburg. Hier versprach er Geldanlegern eine Rendite von bis zu 1.300 Prozent, an Beteiligungen an nicht existierenden Investmentunternehmen. Sein Geschäftsmodell ist das bekannte Schneeballsystem.

Ersten Kleinanlegern zahlte er Rendite aus, so dass wohlhabende Hamburger auf sein Geschäft aufmerksam wurden. Der Sänger Udo Lindenberg legte 100.000 DM bei ihm an, aufgrund seiner berechtigten Zweifel, forderte er das Geld zurück und es wurde ihm ausgezahlt. Auch Dieter Bohlen hatte Geld bei Jürgen Harksen angelegt, der erwähnt, das sich sein Verlust auf 3 Millionen DM belaufe. Jürgen Harksen hingegen bestreitet dies, er habe ihm das Geld zurückgegeben. Dieter Bohlen hat jedoch nie Strafanzeige erstattet.

Jürgen Harksen hat seine Anleger mit märchenhaften Geschichten an der Nase herumgeführt. Ein Hochstapler, auf dessen Geschäfte zahlreiche Anleger reinfielen, darunter Wirtschaftsprüfer und Musiker. Als Hauptgeschädigter wird ein Bauunternehmer genannt, der ihm sage und schreibe 27 Millionen DM anvertraute.

Unter dem Verweis auf geheime Ölvorkommen in Spitzbergen, versprach Jürgen Harksen den Investoren eine Rendite von 1.300 Prozent. Er selbst sagte; „Ich habe den Betrag durch meinen verschwenderischen Lebensstil ausgegeben“. In den Jahren 1987 bis 1992 gab es etwa 300 Geschädigte, von denen er mindestens 150 Millionen DM betrügerisch ergaunert hat.

Um den Gläubigern zu entkommen, ging er mit seiner Familie 1993 nach Südafrika. Auch von hier aus fand er neue Anleger und schaffte es seine alten Anleger immer wieder zu vertrösten. Er lud sie nach Kapstadt ein und man feierte ausgiebige Feste. Ein Wirtschaftsprüfer bescheinigte ihm mittlerweile ein Vermögen von 1 Milliarde DM. Das Landgericht Hamburg verurteilte ihn zu 2 Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Erst im Jahr 2002 wurde Jürgen Harksen von Südafrika ausgeliefert, nachdem es zu jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen gekommen war. Wegen Betruges folgte das Urteil, eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten. Er schrieb das Buch „Wie ich den Reichen ihr Geld abnahm“. 2008 wurde er aus der Haft entlassen und zog mit seiner zweiten Ehefrau Claudia Smith nach Mallorca.