True Story

Kautschuk – deutsches Drama, Abenteuerfilm aus dem Jahr 1938.

Kautschuk

Der Film zeigt die Geschichte des englischen Naturforschers Henry Wickham (1846-1928), dieser von Brasilien aus, den Kautschuksamen illegal nach England brachte.

Sir Henry Alexander Wickham wurde am 29. Mai 1846 in Hampstead, einem Londoner Stadtteil, geboren. Im Alter von 20 Jahren war er in Nicaragua Vogeljäger und Federnsammler. Später erhielt er eine Anstellung als Forstbeamter in British Honduras. Von hier aus zog es Henry Wickham in den brasilianischen Urwald und er versuchte sich als Pflanzer in Santarém am Fluss Rio Tapajós.

Der englische Botaniker Joseph Dalton Hooker (1817-1911), Direktor des Royal Botanic Gardens, Kew Gardens, wurde auf die Reiseberichte von Henry Wickham aufmerksam. Er erteilte ihm den Auftrag, er solle den Samen des Kautschukbaumes in Brasilien nach England bringen. Eine streng geheime und zudem illegale Mission.

Henry Wickham willigte ein und sammelte im Jahr 1876 mehrere Tausend Kautschuksamen. Er verstieß somit auch gegen das brasilianische Exportverbot. Dennoch war es gelungen den Kautschuksamen nach England zu bringen. Im Londoner Kew Gardens wuchsen 2.700 Setzlinge des Kautschukbaumes heran. Von hier aus brachte man die Setzlinge nach Sri Lanka, Singapur, Malaysia und Indonesien. Nur wenige dieser Pflanzen hatten ihr Ziel erreicht.

Die Pflanzen gediehen jedoch sehr gut. Für Südostasien ein enormer Gewinn. Bereits 20 Jahre später deckten die malaysischen Exporte bis zu 90 Prozent des Kautschukbedarfs der Welt. Nicht ohne Grund hatte Brasilien ein Exportverbot verhängt, denn die neuen Anbauflächen in Malaysia führten zu wirtschaftlichen Krisen der Kautschukbarone im Amazonasgebiet. Für Brasilien bedeutete dies das Ende des Kautschukbooms.

In Südostasien hingegen war man erfreut. Die artfremden Bäume hatten keinerlei natürliche Feinde, wie Pilze oder Insekten. Außerdem lieferten die Bäume höhere Erträge als die Gummibäume im Amazonasgebiet. In Indien gediehen die ersten Bäume im Jahr 1878.

1920 wurde Henry Wickham für seine Verdienste geadelt. Er bereiste zahlreiche Länder und gründete immer wieder Kautschukplantagen. Für die Brasilianer war dies Biopiraterie, ihr Kautschukmonopol wurde erheblich geschwächt. Südostasien profitierte durch den Diebstahl von Henry Wickham. Er verstarb am 27. September 1928.