True Story

Die Welle (The Wave) – amerikanisches Drama aus dem Jahr 1981.

die Welle

Das Drama beruht auf dem Experiment „The Third Wave“, das 1967 in Kalifornien stattfand. Dieses Experiment wurde vom Lehrer Ron Jones durchgeführt. Ron Jones, geboren 1941, ist ein amerikanischer Lehrer, der 1967 in Palo Alto, Kalifornien, mit einer Klasse der Cubberly High School das The-Third-Wave-Experiment zum Thema Faschismus durchführte.

Es war ein Sozialexperiment, um vor der Anziehungskraft faschistischer Bewegungen zu warnen. Um die vom Versuch entfesselte Eigendynamik aufzuhalten, brach er ihn am fünften Tag ab und zeigte den Jugendlichen die Parallelen ihrer Bewegung zu Nazi-Jugendorganisationen auf. Gemeint ist die damalige Hitlerjugend, HJ, die ab 1933 zum staatlichen und einzigen Jugendverband mit bis zu 8,7 Millionen Mitgliedern ausgebaut wurde, dies waren 98 Prozent aller deutschen Jugendlichen. Auslöser für das Experiment waren Aussagen in der Klasse, dass Verhaltensformen des Nationalsozialismus „bei uns nicht vorkommen könnten.“ Die Schüler wurden in dem Experiment organisiert, bekamen Rollen zugeteilt und wurden Einschränkungen unterworfen. Verhaltensnormen wurden aufgestellt und streng durchgesetzt.

Ursprünglich war das Experiment für die Dauer eines Tages vorgesehen, lief aber fünf Tage. Aufgeschreckt durch die Leichtigkeit, mit der die Schüler sich vereinnahmen und manipulieren ließen, brach Jones das Experiment abrupt ab, indem er in einer Schulversammlung den begeisterten Anhängern der „Dritten Welle“ einen direkten Vergleich mit Jugendorganisationen im nationalsozialistischen Deutschland vorführte. Weil seine Schüler nicht verstanden, wie es überhaupt zum Nationalsozialismus kommen konnte, stellte er eine „Bewegung“ auf, die er totalitär mit straffer Disziplin und Ahndung von Regelverstößen als Alleinherrscher führte. Das erlebte
Gemeinschaftsgefühl begeisterte viele Schüler, uns es schlossen sich sogar einige aus anderen Klassen an. Jones gab später zu, dass er die Gefolgschaft der Schüler sehr genossen habe. Dieses Experiment wurde später auch an anderen Schulen durchgeführt.

In einem Spiel sollten texanische Schüler etwas über den Nationalsozialismus lernen. Dazu übernahmen einige von ihnen die Rolle der verfolgten Juden. Doch dann gerieten die Neuntklässler in einen Strudel aus Hass, Verachtung und Gewalt. Ihre Lehrer wollten ihnen mit Hilfe eines dreiwöchigen Rollenspiels vermitteln, wohin Intoleranz führen kann. Womit die Pädagogen der Waxahachie Ninth Grade Academy nicht rechneten; Das Spiel geriet schon bald außer Kontrolle. Es gab zwei Gruppen, jüdische und nicht-jüdische Deutsche. Die Juden trugen in ihrem Schülerausweis einen Davidstern, durften als letzte zu Mittag essen, mussten den Müll der anderen aufsammeln und sich im Schulgang an die Wand stellen, wenn die Deutschen an ihnen vorbei liefen. Schüler und Eltern erzählten dem örtlichen Rundfunksender, das Rollenspiel sei eskaliert. Die als Juden deklarierten Klassenkameraden seien bespuckt und geschlagen worden. „Wir haben Schlagstöcke gebaut, um die anderen zu verprügeln.“ Viele Schüler hielten es für zu hart und übertrieben, waren aber auch der Meinung; „Wir haben etwas darüber gelernt, was damals passiert ist.“

Viele empfanden es als sehr lehrreich und man wusste jetzt wohin Gruppendynamik führen kann. Die Schüler erfuhren am eigenen Leib, wie leicht der Faschismus in ihren Alltag eindringen und sie verführen kann. Sie lernten die Faszination der Macht, die psychologischen Veränderungen, Gruppenzwang, Solidarität, Ausgrenzung aber auch Aggressionsbereitschaft. Durch diese Experimente und Rollenspiele möchte man eine Erklärung finden, warum so viele diesem Herrschaftsdenken verfallen konnten. Ron Jones, der Initiator der Welle, behauptete in einem Interview: „Das Experiment funktioniert, weil die meisten von uns einsam sind.“ Es sind Fragen zur Natur des Menschen. Aber was ist diese Natur? Ist der Mensch von Natur aus frei ? Ist er vernünftig? Ist er ein Barbar? Ist er autonom oder manipulierbar? Spätestens seit der Aufklärung werden diese Fragen diskutiert, denn sie sind relevant für die Organisation des sozialen Zusammenlebens.