True Story

Morgenrot – deutsches Kriegsdrama aus dem Jahr 1933.

Morgenrot

 

Als Vorlage für den Kriegsfilm, einem U-Boot-Drama, diente das Kriegstagebuch U 202, von Edgar von Spiegel von und zu Peckelsheim (1885-1965), einem deutschen U-Boot-Kommandanten während des Ersten Weltkriegs. Er schildert eigene Erlebnisse und verwendet Ereignisse aus anderen Quellen. So die Geschichte von SM U 86, einem U-Boot, das nach einem Angriff manövrierunfähig war und auf eine Tiefe von 144 Meter sank. Von den 37 Besatzungsmitgliedern starben 28, darunter der Kapitän. Die neun Überlebenden blieben zwei Tage lang eingeschlossen, bis es ihnen gelungen war wieder aufzutauchen.

Freiherr von Spiegel von und zu Peckelsheim wurde am 9. Oktober 1885 in Padrojen, Landkreis Insterburg, geboren. Spiegel von und zu ist ein westfälisches Adelsgeschlecht. Er wuchs im ostpreußischen Padrojen und in Danzig auf. Nachdem er seine militärische Ausbildung an einer Kadettenschule absolviert hatte, trat er am 1. April 1903 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein.

1909 wird von Spiegel Oberleutnant zu See und dient ab 1911 auf dem kleinen Kreuzer SMS Comoran. Am 18. Oktober 1910 begann der Aufstand der Sokehrs, einer Rebellion auf der Insel der Karolinen, gegen die dortige Kolonialherrschaft, die er als Führer einer Polizeitruppe niederschlagen konnte.

Während des Ersten Weltkriegs, ab 1915, wird von Spiegel Kapitänleutnant und Kommandant des U-Bootes SM U-32, einem Zweihüllen-Hochsee-Boot, der deutschen Kaiserlichen Marine. Im Verlauf des Ersten Weltkriegs führt das Boot elf Feindfahrten durch. Im November 1916 wurde von Spiegel Teil der U-Flottille Pola im Mittelmeer. Hier wurden 36 Schiffe der Entente, dem Bündnis zwischen dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Russland, sowie neutralen Staaten, versenkt.

Selbst das größte britische Kriegsschiff, die HMS Cornwallis, konnte versenkt werden, als es von SM U-32 torpediert wurde. Anfang 1917 wurde von Spiegel Kommandant von SM U-93, das während eines Gefechts stark beschädigt wurde. SM U-93 fiel einer sogenannten U-Bootfalle zum Opfer. Diese Fallen waren Schiffe mit falschen Deckaufbauten, die aussahen als sei das Schiff nicht bewaffnet.

Das britische Schiff, die HMS Prize, unter dem Kommando von Lieutenant William Edward Sanders, hatte sich als Segelschiff getarnt und feuerte auf SM U-93. Von Spiegel und zwei Mann seiner Besatzung gingen während des Gefechts über Bord. Sie wurden von den Briten aufgegriffen und kamen in Kriegsgefangenschaft.

Nach dem Ende des Krieges arbeitet von Spiegel in der Schiffsbranche, wechselt 1920 in die Automobilbranche. Während der Naziherrschaft ist er im diplomatischen Dienst tätig. 1937 wird von Spiegel Generalkonsul in New Orleans in den Vereinigten Staaten. Das FBI ermittelte gegen ihn, Tatvorwurf Spionage, woraufhin er die USA verlassen musste. Er ging nach Marsaille und wurde hier Konsul. Seit 1942 hatte er den Rang eines SS-Oberführers.

Edgar von Spiegel verstarb am 15. Mai 1965 in Bremen. Er schrieb mehrere Bücher, diese autobiographisch geprägt sind. Sein Kriegstagebuch U 202 wurde zu einem der auflagenstärksten Werke. U 202 ist kein reales U-Boot, nur der Titel seines Kriegstagebuches, in dem er seine Erfahrungen als Kommandant des U-Bootes SM U-93 beschreibt.