True Story

Die Frau, die vorausgeht (Woman Walks Ahead) – amerikanisches Historiendrama, Biografie aus dem Jahr 2017.

Die Frau die vorausgeht

Der Film beruht auf der Geschichte von Caroline Weldon (1844-1921), einer schweizerisch-amerikanischen Bürgerrechtlerin und Künstlerin, zudem Aktivistin in der National Indian Defense Association. Caroline Weldon wurde die Vertraute von Sitting Bull (um 1831-1890), dem Stammeshäuptling und Medizinmann der Hunkpapa-Lakota-Sioux. Sie malte ein Bild von Sitting Bull.

Es ist jene Zeit, als die Prärie-Indianer; die Lakota, Cheyenne, Absarokee, Kiowa, Comanche, Blackfood und Teile der Apachen den religiösen Krisenkult, den Geistertanz, übernahmen. Der Geistertanz oder auch der Geistertanz von 1890 diente dazu, das Leben mit den Geistern der Toten zu vereinigen. Die Geister sollten dazu gebracht werden, im Namen der Lebenden zu kämpfen, um die weißen Kolonialisten zum abreisen zu bewegen und somit den Frieden wieder zu bringen. Außerdem Wohlstand und Einheit für die Ureinwohner Amerikas in der gesamten Region.

Caroline Weldon wurde am 4. Dezember 1844 als Susanna Carolina Faesch in Kleinbasel, Schweiz, geboren. Sie war das dritte und jüngste Kind vom Söldneroffizier Johann Lukas Faesch und Anna Maria Barbara Marti. Ihre Mutter lernt etwa 1848 den Revolutionär Karl Heinrich Valentiny kennen, mit dem sie und Caroline nach Amerika auswandern. Dr. Karl Heinrich Valentiny leitete in New York eine Arztpraxis.

Susanna Carolina heiratet 1866 den Arzt Dr. Bernard Claudius Schlatter. Die Ehe blieb kinderlos und wird als unglücklich beschrieben. Im Jahr 1876 kommt es zu einer Beziehung zwischen Carolina und einem verheirateten Mann, namens Christopher J. Stevenson. Von ihm bekommt sie einen Sohn, den sie Christie nennt. Die Beziehung scheiterte und er kehrte zu seiner Frau zurück. Ihr entfremdeter Ehemann Bernard Schlatter beantragte die Scheidung, nachdem sie zu ihm zurückgekehrt war.

Sie engagiert sich nun für die Ureinwohner Amerikas. In Zeitungen las sie über ihren Freiheitskampf, den Auseinandersetzungen mit den US-Truppen. Nach dem Tod ihrer Mutter hatte sie Geld geerbt, mit dem sie ihre Interessen verfolgen konnte. Sie ändert ihren Namen und heißt fortan Caroline Weldon, vermutlich um ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen.

1889 reist sie zu den Indianern, um ihren Traum zu erfüllen, unter den Sioux zu leben. Sie trat der National Indian Defense Association bei, diese unter der Leitung von Dr. Thomas Bland (1830-1908) und dessen Ehefrau Mary Cornelia „Cora“ Davis stand, die die Sioux bei ihrem Kampf unterstützen. Caroline Weldon freundete sich mit Sitting Bull an. Nachdem sie mit ihrem Sohn auf sein Anwesen zog, machte dies sie sehr unbeliebt, besonders bei James McLaughlin (1842-1923), einem Beamten der 1890 die Verhaftung von Sitting Bull anordnete. Außerdem brachte er die Weißen gegen sie auf, sodass sie von einem Großteil gehasst und beschimpft wurde.

Sie warnte Sitting Bull, doch er wandte sich von ihr ab. Als ihr Sohn erkrankte musste sie gehen. Ihr Sohn verstarb 1890. Am 15. Dezember 1890 wurde Sitting Bull ermordet, nachdem man ihm mit einer Verhaftung gedroht hatte. Es kam zu einem Kampf, sein Haus wurde umstellt und mehrere Personen starben. Am 29. Dezember 1890 kam es zum Massaker am Wounded Knee, bei dem US-Soldaten, Männer, Frauen und Kinder der Sioux-Indianer töteten. Somit war auch der letzte Widerstand der Indianer gegen die Weißen gebrochen. 90 Männer und 200 Frauen und Kinder wurden bei diesem Massaker getötet.

Caroline Weldon kehrte nach Brooklyn zurück und verschwand aus der Öffentlichkeit. Sie starb am 15. März 1921 in ihrer Wohnung. Todesursache waren Verbrennungen dritten Grades. Das Massaker an den Indianern bestätigte ihre Hilflosigkeit und für sie war es ein Gefühl des Versagens.