True Story

Gundermann – deutsches Drama, Biografie aus dem Jahr 2018.

gundermann

Gundermann ist ein Film über das Leben des deutschen Liedermachers Gerhard „Gundi“ Gundermann (1955-1998), einem der prägendsten Künstler der Nachwendezeit. Gerhard Gundermann war nicht nur Liedermacher und Musiker, sondern auch Baggerfahrer, Offiziersschüler und Befehlsverweigerer, Genosse, Stasi-Spitzel und vor allem ein Rebell – dies nicht nacheinander, sondern auf einmal.

Gerhard Rüdiger Gundermann wurde am 21. Februar 1955 in Weimar, Thüringen, geboren. 1967 zog die Familie nach Hoyerswerda, ins Zentrum des Lausitzer Kohlereviers. 1973 macht er sein Abitur und studiert im Rahmen der Ausbildung Politoffizier der NVA in Löbau an der Offiziershochschule der Landstreitkräfte Ernst Thälmann. Zwei Jahre darauf wird er exmatrikuliert, aus der Liste der Studierenden gestrichen, da er sich weigerte ein Loblied zu singen. 1978 fährt er zum jährlichen Festival des politischen Liedes nach Ost-Berlin.

Nun ist er Hilfsarbeiter im Tagebau Spreetal, ließ sich zum Facharbeiter, Maschinist für Tagebaugroßgeräte, ausbilden. Schon in dieser Zeit ist Gundermann Texter und Schlagzeuger der Band „Brigade Feuerstein“. Nach Auflösung der Band folgen ab 1986 erste Soloauftritte und Projekte.

Von der Staatssicherheit wird er als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) angeworben. Unter dem Decknamen Gregori war er für die Stasi tätig. Kurz darauf wurde Gerhard Gundermann Kandidat der SED. Er selbst hat Freunde und Kollegen verraten, was ihn zu einer sehr widersprüchlichen Person machte. Nur ein Jahr später wurde er aus der Partei ausgeschlossen. Grund hierfür war seine eigene Meinung, die den Funktionären nicht passte. Bislang war „Gundi“ Single, bis er 1983 seine Freundin Conny heiratet.

Durch den Ausschluss von SED und Stasi bricht er den Kontakt ab und wird nun selbst bespitzelt. Er arbeitet als Baggerfahrer im Tagebau und möchte Misstände aufdecken, auch wenn ihn dies bei anderen unbeliebt macht. Seine Vorschläge für Verbesserungen finden kein Ohr und interessiert niemanden. Seine Lieder greifen dies auf, sein Debakel und das seines Landes, das Scheitern und die Vergeblichkeit. Das machte ihn aber auch zu einem der erfolgreichsten Texter und Liedermacher. 1988 erschien seine erste LP. Er galt als Sprachrohr der Menschen im Lausitzer Braunkohlerevier und schrieb zahlreiche Texte für die Gruppe „Silly“.

Mit der Wende kommt auch für ihn die Arbeitslosigkeit. Trotz seiner Stasi-Vergangenheit versteckt er sich nicht. Er beginnt eine Umschulung zum Tischler. 1992 gründet er seine eigene Band „Die Seilschaft“. Die jahrelange Schichtarbeit im Tagebau und seine vielen Konzerte fordern ihr Tribut. Gerhard Rüdiger Gundermann wurde nur 43 Jahre alt, er verstarb am 21. Juni 1998 an einem Schlaganfall.