True Story

Das schweigende Klassenzimmer – deutsches Drama aus dem Jahr 2018.

Das schweigende Klassenzimmer

Der Film führt uns in das Jahr 1956 in die Zeit des Kalten Krieges und erzählt die Geschichte von Dietrich Garstka. Als Vorlage diente das Buch „Das schweigende Klassenzimmer“, in dem Dietrich Garstka persönliche Erlebnisse verarbeitet.

Dietrich Garstka war einer der 19 Schüler die eine solidarische Schweigeminute für die Opfer des Aufstandes in Ungarn abhielten. Der Ungarische Volksaufstand im Jahr 1956 war eine Revolution in der Volksrepublik Ungarn, bei der man sich gegen die Regierung der kommunistischen Partei und der sowjetischen Besatzungsmacht stellte. Studenten der Universitäten in Budapest forderten demokratische Veränderungen und sie begannen mit einer friedlichen Großdemonstration.

Die Regierung ordnete an, in die schnell wachsende Menge zu schießen. Letztlich kam es zum Einmarsch der Sowjetarmee um diesen Freiheitskampf zu beenden. Somit wurde eine neue Regierung gebildet und die Sowjets hatten das ganze Land unter Kontrolle. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen bei denen etwa 2500 ungarische Kämpfer starben. Die sowjetischen Truppen verloren 720 Mann, wobei man von einer höheren Zahl ausgeht. Es kam zu einer Massenflucht, viele Ungarn flohen nach Österreich.

Dietrich Garstka (1939-2018) besuchte eine Schule in Storkow, einer Kleinstadt im Landkreis Oder-Spree, in Brandenburg. Er und seine Klassenkameraden hielten eine Schweigeminute ab, um den Opfern des Ungarischen Aufstands zu gedenken. Die Abiturklasse legte sich somit mit den höchsten Stellen des DDR-Staatsapparates an. Ein Konflikt mit dem niemand gerechnet hatte. Ihre Solidaritätsbekundung hatte alle völlig überrascht. Ihre Schweigeminute wurde von der SED als eine Art Konterrevolution gesehen. Die Schüler wussten genau was sie taten, waren sich aber den Konsequenzen nicht bewusst. Alle halten zusamen, Schüler wie auch deren Eltern. Dietrich Garstka und viele seiner Klassenkameraden bekamen die Härte der Partei zu spüren und die Gymnasiasten flohen daraufhin aus der DDR nach West-Berlin.

Dietrich Garstka wurde 1939 in Berlin geboren. Nach seiner Flucht nach West-Berlin, studierte er Germanistik, Soziologie und Geographie in Köln und Bochum. In Essen und Krefeld war er als Gymnasiallehrer tätig. An der Volkshochschule Essen war er Dozent für Kunst und Kultur. Er verstarb am 18. April 2018.