True Story

Vernehmung der Zeugen – deutsches (DDR) Drama aus dem Jahr 1987.

Vernehmung der Zeugen

DDR Krimis

Der Film der DEFA beruht auf einer Erzählung der Magdeburger Schriftstellerin Inge Meyer (1929-2009), die durch ihre Kriminalliteratur in der DDR bekannt war. In ihrer Erzählung beschreibt sie einen wahren Mordfall an einem Schüler im Jahr 1974 in dem Dorf Parey an der Elbe, Bezirk Magdeburg.

Im Sommer 1974 wurde ein 16-Jähriger vor einer Gaststätte tot aufgefunden. In einem Zeitungsartikel heißt es; „Der Disco-Mord von Parey – 13 Messerstiche vor dem Tanzlokal“. Es ist der 7. Juni 1974, gegen 23.15 Uhr, als Jugendliche bei der ortsansässigen Ärztin klingeln und ihr mitteilen, dass es vor der Gaststätte eine Messerstecherei gegeben habe und jemand verletzt am Boden liege. Die Ärztin macht sich sofort auf den Weg und stellt bei dem Verletzten mehrere Stichwunden fest.

Ihre Bemühungen waren vergebens, man brachte ihn in ein Krankenhaus nach Genthin, wo er kurz darauf verstarb. Mehrere Stichwunden, bis zu zwölf Zentimeter tief, haben zum Tod des Jugendlichen geführt. Auch die Polizei ist bereits informiert, die ihre Ermittlungen aufnimmt. Die Meldung geht bis nach Magdeburg. Die bezirkliche Untersuchungskommission übernimmt diesen Fall. Noch in der selben Nacht kommt ein Tatverdächtiger in Gewahrsam. Er wurde von einem weiteren Jugendlichen gestellt. Der Täter ist der Sohn der Ärztin. Die Eltern waren 1967 von Berlin nach Parey gezogen, was auch zu Kontaktschwierigkeiten ihres Sohnes in der Schule führte.

An diesem Abend fand in der Gaststätte eine Jugendveranstaltung statt, bei der mehr als 150 Jugendliche anwesend waren. Bislang war alles ruhig verlaufen, bis sich jemand das Mikrofon des DJs schnappt und sagt; „draußen ist jemand niedergestochen worden“. Man glaubt ihm nicht, bis einige vor die Tür eilen und tatsächlich jemanden schwer verletzt am Boden vorfinden. Ein Jugendlicher ruft einen Namen, den er als Täter beschuldigt, läuft ihm nach und kann ihn greifen. Der Jugendliche trägt ein Messer und er ist blutverschmiert.

Zwischen Täter und Opfer kam es bereits in der Gaststätte zu einem Konflikt. Einige der Gäste konnten sie auseinander bringen. Nun flogen die Fäuste zwischen den beiden Streithähnen, bis sie vor die Tür gingen und einer zu Boden fiel. Auch in der Schule kam es immer wieder zu Streitereien und Konflikten zwischen den beiden. Der Tatverdächtige wird von der Polizei vernommen und er gibt an, dass es oft Streit gegeben habe. Während der Schlägerei vor der Gaststätte habe er dann sein Messer gezogen. Danach ist er auf den Weg zu seiner Mutter, doch er wird von einem Jugendlichen gestellt.

Der Täter entschuldigt sich in einem Brief an seine Mutter, in dem er seine Tat bereut. Er habe stets Gewalt abgelehnt und hoffe nun auf eine gerechte Strafe. Im Oktober 1974 kommt es zum Prozess, bei dem der Täter zu acht Jahren Haft verurteilt wurde. Während der Haft kommt es zu mehreren Selbstmordversuchen. Daraufhin wurden spezielle Sicherungsmaßnahmen festgelegt. Im Juni 1982 wird er in den Bezirk Frankfurt/Oder entlassen. Sein Antrag im Jahr 1992, das Urteil wegen Mordes aufzuheben, wurde abgelehnt.