True Story

Nasser Asphalt – deutsches Drama, Thriller aus dem Jahr 1958.

Nasser Asphalt

Der Film basiert auf der im Jahr 1951 in Umlauf gekommenen Falschmeldung, einer sogenannten Zeitungsente, der Geschichte um die „Bunkermenschen von Gdingen“.

Im Juni 1951 hatte die amerikanische Nachrichtenagentur Associated Press (AP) von zwei Soldaten der Wehrmacht berichtet, die in Gdingen sechs Jahre in einem mit Lebensmitteln gefüllten Bunker überlebten. Eine mysteriöse Geschichte des Zweiten Weltkriegs, die sieben Jahre lang die deutschen Zeitungsleser beschäftigte. Die Geschichte diente bald darauf als Vorlage für Tatsachenberichte, Balladen und Theaterstücke.

Am 13. Juni 1951 hatte Associated Press aus Warschau gemeldet, das vor den Augen polnischer Arbeiter zwei Männer aus einem zertrümmerten Bunker auftauchten. Deutsche Truppen hätten vor der Räumung der Stadt im Jahr 1945 ein Lager, einen Bunker voller Lebensmittel, gesprengt. Trümmer hatten den Eingang des Bunkers versperrt und die Soldaten eingeschlossen. Zwei der Männer hätten Selbstmord begangen, zwei weitere seien krank geworden und gestorben. Ein anderer soll kurz nach seiner Befreiung zusammengebrochen sein und ein weiterer wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Für viele natürlich eine sehr interessante Geschichte, zudem klang dies auch ziemlich glaubwürdig, die nicht nur in Deutschland sondern weltweit Aufmerksamkeit erregte. Polnische Stellen äußerten sich zunächst nicht. Später kommentierte man, dass diese Geschichte nicht bekannt sei. Selbst die Literatur machte diese Meldung aufmerksam. Der Dichter Rudolf Hagelstange verfasste eine 70 Seiten lange Ballade. Auch Rundfunksendern gefiel diese gereimte Fassung der Bunkermenschenstory, die sie mehrfach in Form von Hörspielen sendeten. Später entpuppte sich diese Geschichte als eine Falschmeldung. Der Reporter der diese Geschichte in die Welt gesetzt hatte, war der Amerikaner Ormonde Godfrey, der für die AP tätig war und nun als Lügenreporter Bekanntheit erlangte.

Der Film attackiert bestimmte Formen des Asphalt-Journalismus und zeigt auf, wie es in der angespannten Ost-West-Atmosphäre möglich war, bestimmte Nachrichten in Umlauf zu bringen.  In der Figur des Greg Bachmann (Horst Bucholz) verarbeitet Drehbuchautor Will Tremper zudem eigene Erfahrungen als Auftragsschreiber, Ghostwriter, für den Schriftsteller Curt Riess.