True Story

Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt – deutsches Dokudrama aus dem Jahr 2014.

Ein blinder Held

Gezeigt wird die wahre Geschichte von Otto Weidt (1883-1947), einem Kleinfabrikanten, der während der Zeit des Nationalsozialismus blinde und gehörlose Juden in seiner Blindenwerkstatt beschäftigte. In seiner kleinen Fabrik wurden Besen und Bürsten hergestellt. Otto Weidt war selbst erblindet. Ihm war es gelungen, seine jüdischen Angestellten vor der Verfolgung und der Deportation zu schützten. Als Deportationen drohten, suchte er Verstecke für diese Menschen.

Otto Weidt wurde am 2. Mai 1883 in Rostock geboren. Die Eltern waren Max Weidt, der als Tapezierer arbeite und Auguste Grell. Die Familie zog von Rostock nach Berlin, wo Otto Weidt den Beruf des Tapezierers erlernte. Durch seine fortschreitende Erblindung war er gezwungen diesen Beruf aufzugeben.

In Berlin, in der Rosenthaler-Straße, eröffnet er daraufhin eine Werkstatt für Blinde. Seine Angestellten wurden ihm von einem jüdischen Blindenheim vermittelt. Als junger Mann engagiert sich Otto Weidt in der anarchistischen Arbeiterbewegung. Er ist Herausgeber der Zeitschrift „Anarchist“. Durch Kontakte und Beziehungen war es ihm gelungen, seine Mitarbeiter zu versorgen und zunächst vor einer Deportation zu schützen. Unterstützung fand er auch durch die Widerstandskämpferin Hedwig Porschütz (1900-1977).

Eine seiner Mitarbeiterinnen war die 1922 geborene Inge Deutschkron, die von 1941 bis 1943 in seiner Werkstatt arbeitete. Sie lebte danach illegal in Berlin und versteckte sich. Hedwig Porschütz nahm die Schwestern Anneliese und Marianne Bernstein bei sich auf. Otto Weidt organisierte Lebensmittelpakete für Menschen die im Ghetto Theresienstadt inhaftiert waren. In seiner Werkstatt versteckte er eine Familie, die durch einen Spitzel verraten wurde.

Seiner Bekannten Alice Licht konnte er helfen. Ihr war die Flucht beim Todesmarsch aus dem Außenlager des KZ Groß-Rosen gelungen. Für sie hatte er ein Zimmer organisiert, fand später bei ihm Zuflucht und wanderte in die Vereinigten Staaten aus. Otto Weidt war dreimal verheiratet. Jede dieser Ehen blieb kinderlos. Nach dem Krieg setzt er sich für KZ-Überlebende ein. Er verstarb am 22. Dezember 1947 in Berlin. Seine Werkstatt wurde später ein Museum, in der Rosenthaler Straße 39. Im Jahr 1971 wurde Otto Weidt postum mit dem Titel Gerechter unter den Völkern geehrt.