True Story

Eleanor & Colette (55 Steps) – deutsch-belgisches Drama, Biografie aus dem Jahr 2017.

Eleanor und Colette

 

Gezeigt wird die Geschichte zweier Frauen, die in den 1980er Jahren gegen die Pharmaindustrie und für die Rechte von Psychiatriepatienten kämpften.

Bei Eleanor Riese wurde im Alter von 25 Jahren Schizophrenie diagnostiziert. Als Kind erlitt sie eine Gehirnhautentzündung, welche als Ursache dieser Erkrankung gilt. Sie nahm das Medikament Neuroleptikum Thioridazin, ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antipsychotika. Dieses Medikament verursachte Nebenwirkungen, sodass eine Umstellung auf ein anderes Präparat folgte. Auch hier kam es zu schädlichen Nebenwirkungen, außerdem das diese Medikamente wirkungslos blieben.

1985 ließ sich Eleanor Riese selbst in das St. Mary’s Hospital in San Francisco einweisen. Man verabreichte ihr Medikamente, die sie nicht vertragen hat, woraufhin sie sich weigerte diese weiterhin einzunehmen. Somit folgte eine Zwangsbehandlung, bei der ihr die Medikamente intravenös verabreicht wurden. Eine Betreuung erfolgte nicht und sie hatte teilweise keine Möglichkeit auf die Toilette zu gehen.

Ihre Situation wollte sie nicht länger hinnehmen und ging gegen das Krankenhaus vor. Sie kontaktierte ein Zentrum für Patientenrechte und bekam Besuch von Colette Hughes, einer ehemaligen Krankenschwester und jetzigen Anwältin für Patienten. Sie argumentierte das ihre Mandantin diese Medikation nicht verträgt und man diese nur verabreicht um sie ruhig zu stellen. Eleanor Riese ist mittlerweile 44 Jahre alt. Die beiden Frauen werden Freundinnen. Sie reichen Klage ein und es kommt zu einem Prozess.

Die Zustimmung der Patienten, gerade mit psychischen Erkrankungen, war ein juristisches Problem. Da sich Eleanor Riese selbst in das Krankenhaus einweisen ließ, besagte ein Gesetz, das die Medikamente ohne Zustimmung der Patienten verabreicht werden durften. Die Klage der beiden Frauen war erfolgreich, sie bekamen Recht. Sie erreichten ein Mitspracherecht bei der Medikation von Patienten mit psychischen Erkrankungen. Patienten die sich selbst einweisen ließen, haben nun das Recht etwas über die Anwendung der Psychopharmaka zu erfahren und über die Einnahme mitzubestimmen. Patienten können sich nun weigern, gewisse Medikamente einzunehmen. Dies war ein wichtiger Schritt zum Thema Menschenrechte und ein Meilenstein der Medizingeschichte.