True Story

Um’s tägliche Brot/Hunger in Waldenburg – deutsches Dokudrama, Stummfilm aus dem Jahr 1929.

Hunger

Der Film entstand 1929 im damaligen niederschlesischen Waldenburg, einer Stadt mit etwa 45.000 Einwohnern. Waldenburg war Zentrum der ostdeutschen Steinkohleförderung. Geschildert werden soziale Lebenswirklichkeiten. Es ist ein Film ohne Schauspieler, Arbeiter und deren Familien zeigen uns ihren Alltag, wie sie leben und wie sie ums tägliche Überleben kämpfen. Die Waldenburger bekamen ihren Film nie zu sehen. 1933 wurde der Streifen von den Nationalsozialisten verboten und verschwand für lange Zeit.

Im Waldenburger Kohlerevier herrschten Not und Elend. Ein Thema das in vielen Zeitungen publik gemacht wurde. So schrieb Fritz Walter am 17. März 1929 im Berliner Börsen-Courier, einer linksliberalen Tageszeitung, über die trostlose Verfallenheit und Verkommenheit der Arbeiterquartiere und den Straßenzügen, den sehr engen Behausungen und der verzweifelten Armut der Bewohner.

So auch Manfred Georg, Tempo, Berlin, 16.3.1929; „Sechs Stunden von Berlin: Eine Hölle des Kindertodes. Rachitis, Tuberkulose, Erwerbslosigkeit. Ein Ort der Qual für alle Orte. Hingehen! Ansehen! Erleiden! Helfen!“

Wer Arbeit hat verdient nur sehr wenig Geld, Kinder schlafen in Holzkisten und von den nackten Wänden rieselt das Wasser. Nach der anstrengenden Arbeit im Kohleabbau beginnt der Kampf ums tägliche Brot. Jeden Tag die gleiche Frage; Wird einem der Lebensmittelhändler noch etwas borgen? Neben der Not und dem Elend kommen Krankheiten hinzu.

Die Industrialisierung führte zu einem enormen Anstieg der Einwohnerzahl von Waldenburg. Im Kohlerevier gab es zudem einen Fürstensitz, das Schloss Fürstenstein. Das Adelsgeschlecht Hochberg nutze ab 1928 nur noch zwei der Kavaliershäuser und nicht mehr das Hauptschloss.